Mariner hatte Radiant demnach Ende Juni knapp 50 Millionen US-Dollar zur Finanzierung von Metallgeschäften zur Verfügung gestellt. Nach Auszahlung des Geldes habe der Fonds festgestellt, dass Radiant Handelsdokumente gefälscht habe, um Geschäfte vorzutäuschen und Finanzierungen zu erhalten, heisst es in einem US-Gerichtsdokument. Mariner habe bislang kein Geld zurückerhalten.
Die Strafanzeige wurde laut den Berichten Mitte September bei der Genfer Staatsanwaltschaft eingereicht. Sie richtet sich unter anderem gegen die Genfer Radiant-Tochter, Sapphire Minmetals Corporation und Radiant-Gründer Pinkesh Nahar. Mariner verlangt Ermittlungen sowie Durchsuchungen in Genf und die Beschlagnahmung von Konten und Vermögenswerten in der Schweiz.
Radiant World reagierte zunächst nicht auf Anfragen von Bloomberg und Reuters. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe zuvor jedoch zurückgewiesen und als unzutreffend und unbelegt bezeichnet. Es führe seine Geschäfte nach höchsten wirtschaftlichen und rechtlichen Standards.
Auch Glencore ist von dem Fall betroffen. Der Zuger Rohstoffkonzern hatte Mitte September mitgeteilt, Hinweise auf gefälschte Rechnungen, Verträge und E-Mails gefunden zu haben, mit denen Radiant Finanzierungen bei Banken erhalten haben soll. Glencore beendete daraufhin die Geschäftsbeziehungen und suspendierte laut Bloomberg den für die Beziehungen zu Radiant verantwortlichen Handelsmanager. Das finanzielle Engagement von Glencore bei Radiant lag laut dem Schweizer Konzern unter 500 Millionen Dollar.
Auch Schweizer Banken haben laut Medienberichten Radiant finanziert. Laut Bloomberg zählen dazu die ZKB, die Banque Cantonale de Genève, Arab Bank Switzerland und Nexent Bank Suisse. Die ZKB soll Radiant eine Kreditlinie von rund 100 Millionen Dollar eingeräumt haben. Die Banken selber machten keine Angaben zu ihren Geschäftsbeziehungen.
Radiant steht auch in London und Singapur rechtlich unter Druck. In Singapur wurden zuletzt KPMG-Sanierungsexperten als vorläufige Insolvenzverwalter eingesetzt.
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(AWP)
