Die Renditen der 30-jährigen US-Staatsanleihen sind um 0,06 Prozentpunkte auf 5,35 Prozent gestiegen, den höchsten Stand seit 2007. Damit zeigen die Anleger Skepsis gegenüber dem Plan von Finanzminister Scott Bessent, 6 Milliarden US-Dollar an langfristigen Staatsanleihen zu kaufen, um die Finanzierungskosten zu senken.

Auch der Vorschlag von US-Präsident Donald Trump, allen Amerikanern im Falle eines Wahlsiegs der Republikaner bei den Zwischenwahlen einen Dividende von 5000 Dollar auszuzahlen, konnte den Druck nicht mindern. Die Initiative würde mehr als 1000 Milliarden US-Dollar kosten und würde die bereits angeschlagene US-Staatsverschuldung weiter erhöhen.

Die US-Produktionspreise sind im August auf 5,4 Prozent gestiegen und bestätigen damit, dass der Inflationsdruck anhält und die US-Notenbank die Zinsen möglicherweise schon im September anheben könnte.

«Die Anleihekurse sind mit einem doppelten Schlag konfrontiert: Die Ölpreise steigen, während die Rückkäufe von Anleihen und die zunehmenden Glaubwürdigkeitsrisiken die Renditen nach oben treiben», erklärte Pooja Kumra von TD Securities gegenüber der «Financial Times».

Renditen auch in Europa stark gestiegen

Die Renditen für Staatsanleihen sind auch in Europa stark gestiegen, da die Huthi-Miliz die Kontrolle über die Hafenstadt Mokka am Roten Meer in Jemen übernommen hat und die saudische Ölproduktion zurückgegangen ist, was zu einem Anstieg der Brent-Ölpreise geführt hat.

In Grossbritannien sind die Renditen für 10-jährige Staatsanleihen auf 5,38 Prozent gestiegen, was den höchsten Stand seit 2007 bedeutet, während die Renditen für deutsche Staatsanleihen auf 3,5 Prozent gestiegen sind, was den höchsten Stand seit 2011 darstellt.

Zudem hat die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöht und vor einer anhaltend hohen Inflation gewarnt, was darauf hindeutet, dass der Kampf gegen die steigenden Preise noch lange andauern wird.

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(AWP)