Das teilte der Verein am Montag mit. Gemäss dem Betriebsreglement endet der ordentliche Flugbetrieb um 23.00 Uhr. Die halbe Stunde bis 23.30 Uhr sei keine reguläre Betriebszeit, sondern diene ausschliesslich dem Abbau unvorhergesehener Verspätungen, hielt der Verein fest.
Die Daten für Juni und Juli 2026 zeigten jedoch ein anderes Bild. In diesem Zeitraum hätten an allen 61 ausgewerteten Tagen Starts und Landungen stattgefunden. Mehrere Langstreckenflüge hätten regelmässig erst nach Mitternacht abgehoben.
Fair in Air kritisierte zudem die Berichterstattung des Flughafens. Während der Verein im Juli über 300 Flugbewegungen nach 23.00 Uhr registrierte, weise das Lärmbulletin des Flughafens nur 36 Fälle aus.
Der Grund liege im Betrachtungszeitraum: Der Flughafen erfasse lediglich Flüge nach 23.30 Uhr, für die eine Sonderbewilligung nötig sei. Für Anwohnende sei jedoch die Lärmbelastung ab 23.00 Uhr massgebend.
Darüber hinaus entstehe eine Verzerrung, weil Flüge auf öffentlichen Kanälen teilweise bereits beim Pushback am Gate als gestartet geführt würden. Bis zum eigentlichen Abheben auf der Piste vergingen jedoch bis zu 40 Minuten.
Der Verein führt die Verspätungen auf eine Flugplanung mit zu wenigen Reserven zurück. Er fordert eine Flugplanung, die den regulären Betrieb verlässlich bis 23.00 Uhr abschliesst, sowie die lückenlose Ausweisung aller Bewegungen und exakten Abhebezeiten nach 23.00 Uhr.
(AWP)
