«KI hat das Potenzial, die Produktivität der Arbeitnehmenden erheblich zu steigern», sagt KOF-Ökonom Michael Siegenthaler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Unternehmen könnten dadurch Kosten sparen und diese in tiefere Preise oder neue Investitionen stecken. Zudem könnten produktivere Arbeitnehmende höhere Löhne erhalten.

«Es könnte sein, dass es viele indirekte Gewinner durch KI gibt», sagt Siegenthaler. So könnten etwa Yoga-Studios oder Hotels profitieren, weil den Menschen mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung stehe. Solche Effekte seien allerdings schwieriger der Technologie zuzuordnen. «Die Verlierer einer Technologie sind immer einfacher zu sehen als die Gewinner.»

5000 bis 20'000 Personen betroffen

Besonders exponiert gegenüber generativen Sprachmodellen wie ChatGPT sind laut Siegenthaler IT- und Sprachberufe, darunter im Marketing, Journalismus und Personalwesen. Weniger betroffen seien manuelle Tätigkeiten wie auf dem Bau oder in der Reinigung sowie Dienstleistungen mit direktem Menschenkontakt, etwa in der Bildung, Pflege oder Gastronomie.

Der KOF-Ökonom schätzt, dass in der Schweiz vielleicht zwischen 5000 und 20'000 Personen wegen KI arbeitslos geworden sind. Gemessen an den gut fünf Millionen Erwerbstätigen sei dies keine «riesige Zahl».

Problematisch sei jedoch, dass die Betroffenen häufig hoch qualifiziert seien und deshalb überdurchschnittliche Kosten für die Arbeitslosenversicherung verursachten. Zudem könne längere Arbeitslosigkeit psychische und physische Folgen haben.

(Das vollständige Interview ist auf dem Premium-Dienst von AWP zu lesen)

(AWP)