Eine Mehrheit verschafft die Personalie der Kapitalseite zwar nicht, stellt aber das übliche Kräfteverhältnis wieder her. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat 20 Mitglieder. Zehn Sitze entfallen auf die Anteilseigner - darunter die Vertreter des Landes Niedersachsen. Die zehn restlichen Mitglieder werden von der Arbeitnehmerseite gestellte. Bei einem Patt kann Chefaufseher Hans Dieter Pötsch mit seiner Doppelstimme entscheiden.
Die gebürtige Österreicherin Heiss war bereits von Februar 2018 bis Juli 2025 Mitglied des VW-Aufsichtsrats - und folgt auf ihre eigene Nachfolgerin. Denn die frühere Vorstandschefin des Rüstungskonzerns Renk , Susanne Wiegand, hatte vor der VW-Hauptversammlung im Juni die Kandidatur zur Wiederwahl kurzfristig zurückgezogen. Sie war nur ein Jahr Mitglied im VW-Aufsichtsrat.
Eskalation über Sparpläne droht
Der VW-Aufsichtsrat berät am Freitag erneut über die Sparpläne des Vorstands um Konzernchef Oliver Blume. Zur Debatte steht unter anderem die Zukunft vier deutscher Werke und ein zusätzlicher Abbau von weltweit bis zu 50.000 Jobs. Bei der Sitzung könnte es zu einem heftigen Schlagabtausch kommen. Das Land Niedersachen und die Arbeitnehmer stehen auf einer Seite - und lehnen die Pläne ab. Ob sich die Akteure auf eine gemeinsame Lösung einigen können oder der Streit über die Zukunft von VW völlig eskaliert, war zunächst offen./jwe/DP/jha
(AWP)
