Blackrock befürwortet deutsch-britische Börsenfusion

Blackrock findet den geplanten Zusammenschluss der Frankfurter und der Londoner Börse gut. Aber es gibt immer noch Hindernisse.
22.01.2017 11:55
Die Tower Bridge in London.
Die Tower Bridge in London.
Bild: Pixabay

Der weltgrösste Vermögensverwalter Blackrock steht hinter dem geplanten Zusammenschluss der Deutschen Börse mit der Londoner LSE. Die gut 25 Milliarden Euro schwere Fusion sei wichtig für die Entwicklung der europäischen Kapitalmärkte, sagte Blackrock-Chef Larry Fink kürzlich in Frankfurt.

"Nach dem Brexit ist eine enge Verbindung nach London noch wichtiger geworden, weil die Kapitalmärkte dort schon weiter entwickelt sind." Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter kündigte an, das Unternehmen angesichts des Umbruchs an den Finanzmärkten in den nächsten Jahren zu einer "Börse 4.0" weiterentwickeln zu wollen.

Blackrock ist grosser Aktionär

Blackrock ist laut Reuters-Daten sowohl bei der Deutschen Börse auch als bei der LSE zweitgrösster Aktionär. Die Eigentümer beider Unternehmen haben bereits mit grosser Mehrheit für die Fusion gestimmt. Die EU-Kommission und Börsenaufsicht des deutschen Bundeslandes Hessen müssen allerdings noch grünes Licht geben.

Für eine Zustimmung aus Brüssel sieht die Deutsche Börse Insidern zufolge inzwischen relativ gute Chancen, in Hessen ist die Lage schwieriger. Deutsche Politiker und Aufsichtsbehörden haben deutlich gemacht, dass die Holdinggesellschaft der Mega-Börse nach dem Brexit-Votum aus ihrer Sicht nicht wie geplant in London angesiedelt werden kann.

Demnächst findet in Wiesbaden ein Spitzentreffen statt, bei dem Top-Manager von Deutscher Börse und LSE über dieses und andere Themen diskutieren wollen. Ziel des Gesprächs sei es, sich anzunähern und mögliche Lösungswege auszuloten, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Eine Lösung sei aber noch nicht zu erwarten.

Eine Börse wie ein App-Store?

Kengeter sagte, er wolle die Fusion mit der LSE "so bald wie möglich zu einem erfolgreichen Abschluss bringen". Beide Firmen würden alles tun, um die regulatorischen Anforderungen dafür zu erfüllen. Durch eine Fusion werde der Standort Frankfurt gestärkt. Die Deutsche Börse habe hier in den vergangenen Jahren jeweils einen dreistelligen Millionenbetrag investiert und 2016 Hunderte neue Arbeitsplätze geschaffen. "Diese Anstrengungen werden wir fortsetzen. Das können wir aber nur dann, wenn wir in Zukunft eine Führungsposition im globalen Wettbewerb einnehmen."

Grundsätzlich stehe die Börsenindustrie vor einem gewaltigen Umbruch, unter anderem durch die Blockchain-Technologie und künstliche Intelligenz, sagte Kengeter. "In fünf Jahren wird die Börsenwelt völlig anders aussehen: Sie wird digital sein, datengetrieben, und auf dieser Basis neue Dienstleistungen anbieten." Sein Ziel sei es, eine "Börse 4.0" zu schaffen, die am Ende so einfach zu bedienen sei wie ein App-Store.

(Reuters)