Drei Schlagadern des Welthandels gestört

Die ersten Opfer wären Frick zufolge die Menschen im Jemen und in Somalia. Beide Länder importierten rund 90 Prozent ihrer Nahrungsmittel. Mit dem Schwarzen Meer, der Strasse von Hormus und Bab al-Mandab stünden inzwischen drei Schlagadern des Welthandels gleichzeitig praktisch still.

«Für ärmere Länder, die von Lebensmittelimporten abhängen, droht das dramatische Folgen zu haben», warnt Frick. Nach WFP-Schätzungen könnte bereits die Schliessung der Strasse von Hormus dazu führen, dass zusätzliche 45 Millionen Menschen hungern, weil weniger Nahrung zur Verfügung steht und Preise steigen.

Was am Roten Meer geschieht

«Zusammen mit den Folgen eines Super-El-Niños, durch den ebenso viele Menschen in Hunger abgleiten könnten und den drastischen Kürzungen internationaler Hilfsgelder droht eine Entwicklung, die in diesem und im kommenden Jahr mehr Menschen das Leben kosten wird», erklärte Frick, der vor weiteren Kürzungen warnte. El Niño ist ein alle paar Jahre natürlich vorkommendes Klimaphänomen, das auch die Wahrscheinlichkeit von Wetterextremen erhöht.

Am Donnerstag war der Konflikt im Jemen mit dem Vormarsch der mit Teheran verbündeten Huthi-Miliz weiter eskaliert. Die islamistischen Rebellen hatten eine wichtige Hafenstadt im Westen Jemens eingenommen und sich damit in eine günstigere Position gebracht, die Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres zu kontrollieren. Inzwischen haben sie laut jemenitischen Regierungsquellen auch eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge erobert./hrz/DP/jha

(AWP)