WHO: Mehr als 100'000 Corona-Fälle in Afrika

In Afrika haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation mehr als 100'000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dennoch nehme die Coronavirus-Pandemie hierbei einen anderen Verlauf als anderswo auf der Welt.
23.05.2020 00:12

Dies sagte die WHO-Regionaldirektorin für Afrika, Matshidiso Moeti, in einer Stellungnahme am Freitag. "Bisher (...) sind dem Kontinent die hohen Todeszahlen erspart geblieben, die andere Regionen der Welt getroffen haben", so Moeti.

In Afrika wurden demnach bisher 3100 Todesfälle in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. Als die WHO-Region Europa 100'000 Corona-Fälle gemeldet hatte, gab es dort im Vergleich bereits 4900 Todesfälle.

Ersten Analysen zufolge könnte die relativ niedrige Todesrate mit der demografischen Struktur des Kontinents zu tun haben, da mehr als 60 Prozent aller Afrikaner jünger als 25 Jahre sind. Ältere Menschen tragen ein höheres Risiko, nach einer Infektion ernsthaft zu erkranken. Zudem hätten afrikanische Regierungen frühzeitig Ausgangsbeschränkungen eingeführt, was sich zusammen mit anderen Massnahmen positiv ausgewirkt haben könnte, hiess es.

Moeti warnte indes, dass die Gesundheitssysteme afrikanischer Länder nicht robust genug sein könnten, um angemessen auf einen plötzlichen Anstieg von Coronavirus-Fällen zu reagieren. Auch darum seien mehr Tests notwendig. Es besteht die Sorge, dass Lockerungen der Sicherheitsmassnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu einem signifikanten Anstieg der Fälle führen könnten.

Auf dem Kontinent hat das Land Südafrika bisher mit über 20'000 die höchste Zahl bekannter Coronavirus-Fälle. Lesotho dagegen hat nach Behördenangaben bisher nur zwei nachgewiesene Fälle.

(SDA)