Ausblick ABB: Q2-Umsatz von 5,59 Milliarden US-Dollar erwartet

Der Industriekonzern ABB veröffentlicht am Mittwoch, 22. Juli, die Ergebnisse zum zweiten Jahresviertel 2020. Insgesamt haben elf Analysten zum AWP-Konsens beigetragen.
21.07.2020 13:08
(in Mio USD)             AWP-Konsens        Q2 2019  
 
Auftragseingang             5'755            7'401 
Umsatz                      5'590            7'171 
Operativer EBITA              462              825   

FOKUS: Trotz der jüngsten Erholung in China dürfte auch bei ABB die Corona-Pandemie im zweiten Quartal markant auf den Umsatz durchgeschlagen haben. In Marktkreisen wird ein Rückgang des vergleichbaren Umsatzes im Bereich von -15 bis -20 Prozent erwartet, wobei auch negative Währungseffekte eine Rolle spielen. Am meisten gelitten haben dürfte die Division Robotics & Fertigungsautomation, wo der Einfluss von Corona mit der Krise der Automobilindustrie zusammenfallen.

ZIELE: Es sei davon auszugehen, dass das Geschäft von ABB im zweiten Quartal durch die Ausgangssperren in vielen Teilen der Welt erheblich beeinträchtigt werde, hiess es im April. Auftragseingang und Umsatz dürften gegenüber dem Vorquartal in allen Geschäftsbereichen deutlich sinken, was auch die Margen drücken werde. Der Fokus liege deshalb auf der Kostenkontrolle und der Sicherung der Liquidität.

Eine konkrete Prognose für das laufende Jahr gibt es noch nicht. Auf kurze Sicht beschäftigt den neuen ABB-Chef Björn Rosengren aber natürlich die Corona-Pandemie, wie er Mitte Juni verlauten liess. Wegen dieser und wegen des Ölpreisrückgangs stehe ABB vor herausfordernden Quartalen.

Beide Faktoren hätten zu sinkender Nachfrage geführt, beispielsweise in den Absatzmärkten der Automobilindustrie und der Stromerzeugung. Auch die Reisebeschränkungen und Engpässe bei den Lieferketten hätten einen Einfluss auf den Geschäftsgang. Am meisten betroffen von Corona ist das Geschäft mit Robotern.

PRO MEMORIA: Den laufenden Umbau und die Vereinfachung des Konzerns will Rosengren fortsetzen. Die Verantwortung für strategische Entscheide wird dabei noch weiter nach unten zu den künftig 18 Divisionen delegiert. Welche Bereiche dereinst verkauft werden könnten, bleibt allerdings vorerst offen.

Mit Spannung hatten die Investoren im Juni Aussagen zur künftigen Zusammensetzung des Portfolios erwartet, insbesondere zu möglichen weiteren Abspaltungen. Doch der neue Chef hielt sich anlässlich jener Veranstaltung für Investoren dazu noch bedeckt.

"Das Portfoliomanagement wird künftig eine noch grössere Rolle spielen", sagte Rosengren zwar. "Dabei werden wir nicht davor zurückscheuen, Divisionen zu sanieren, zu veräussern oder auszubauen." Gleichzeitig liess er wissen, dass mittelfristig keine grösseren Akquisitionen geplant seien.

Die bisherigen vier Divisionen Elektrifizierungs-Produkte, Industrieautomation, Antriebe sowie Robotik & Fertigungsautomation bleiben bestehen, heissen unter dem neuen Modell aber Business Areas.

In den kommenden Wochen will nun Rosengren zusammen mit den Leitern der Business Areas herausfinden, welche Divisionen sich in welcher Richtung weiter verbessern müssen und welche allenfalls ausserhalb von ABB eine bessere Zukunft haben könnten. Die Ergebnisse dieser Phase sollen an einem Investorentag im November vorgestellt werden.

Der von ABB Ende 2018 angekündigte Verkauf der Stromnetzsparte an die japanische Hitachi ist wie geplant per Anfang Juli abgeschlossen worden. Die Nettoerlöse aus dem Verkauf sollen wie angekündigt an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

AKTIENKURS: Der Kurs der ABB-Aktie hat sich während der Erholungsphase seit Mitte März wieder in den Bereich des Schlussstandes von Ende 2019 vorgearbeitet, das heisst die Jahresperformance ist praktisch neutral, wie beim Gesamtmarkt SMI. Gestützt werden die Titel insbesondere von den Hoffnungen, welche die Investoren mit dem neuen CEO Björn Rosengren verbinden.

jg/jl

(AWP)

 
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