Ausblick Swisscom: Jahresgewinn von 1'512 Millionen Franken erwartet

Die Telekommunikationsanbieterin Swisscom veröffentlicht am Donnerstag, 7. Februar das Geschäftsergebnis 2018. Zum AWP-Konsens haben insgesamt 13 Analysten beigetragen.
06.02.2019 14:00
2018E
(in Mio Fr.)         AWP-Konsens    2017A    

Nettoumsatz            11'681      11'662        
EBITDA                  4'206       4'295        
EBIT                    2'038       2'131        
Reingewinn              1'512       1'568        

(in Fr.)
Dividende je Aktie      22,00       22,00

FOKUS: Die Analysten gehen davon aus, dass die Swisscom für 2018 einen Umsatz leicht über den Prognosen des Unternehmens und einen EBITDA ziemlich genau im Rahmen der Konzernziele ausweisen wird. Ausserdem wird mit einem Gewinn leicht unter Vorjahr gerechnet. Bei der Dividende wäre alles andere als eine Ausschüttung von 22 Franken, wie sie seit Jahren gilt, eine Riesenüberraschung.

Beim Umsatz ist eine offene Frage, ob und wie stark die gegenläufigen Trends innerhalb des Konzerns angehalten haben. So stand das Schweizer Geschäft zuletzt unter Druck - wegen der rückläufigen Festnetztelefonie, Rabatten auf Bündelangeboten, rückläufigen Roamingeinnahmen und Preisdruck im Geschäftskundensegment. Auf der anderen Seite wuchs die Italientochter Fastweb, wobei sich dieser Trend im dritten Quartal abgeschwächt hat.

Für beide Märkte - die Schweiz und Italien - interessiert, ob und wie stark sich der Wettbewerb verschärft hat. Konkret geht es um das Festnetzangebot von Salt in der Schweiz und das neue Mobilfunkangebot von Salts Mutterkonzern Iliad in Italien.

Von Interesse wären auch Neuigkeiten zum Sparprogramm, mit dem die Umsatzerosion in der Schweiz teilweise aufgefangen werden soll. Dieses Sparprogramm wurde im letzten Februar verschärft. Neu sollen im Zeitraum 2018 bis 2020 jährlich 100 Millionen Franken eingespart werden, davor lautete das Ziel auf 60 Millionen pro Jahr. 2018 wollte das Management rund 700 Stellen abbauen. Am Ende des dritten Quartals wurde vermeldet, seit Anfang Jahr habe sich der Personalbestand um 523 Vollzeitstellen reduziert. Nun interessiert, wie viele Jobs 2019 wegfallen sollen.

Von Interesse sind ausserdem die neuen Ziele für 2019.

ZIELE: Für das Gesamtjahr peilt die Swisscom einen Umsatz von rund 11,6 Milliarden (Vorjahr: 11,66), einen EBITDA von rund 4,2 Milliarden (Vorjahr: 4,30) sowie Investitionen von weniger als 2,4 Milliarden Franken an. Beim Erreichen der Ziele wurde eine Dividende von 22 Franken pro Papier in Aussicht gestellt.

Nachgelagert gibt es auch Ziele für Fastweb. Die Italientochter soll im Gesamtjahr einen Umsatz von über 2 Milliarden Euro sowie einen EBITDA von rund 700 Millionen erzielen.

PRO MEMORIA: Ein wichtiges Ereignis für die Swisscom und die gesamte Branche findet derzeit hinter verschlossenen Türen statt: die Auktion der 5G-Frequenzen. Wann die Öffentlichkeit über den Ausgang informiert wird, ist nicht bekannt.

Seit einigen Tagen kursieren wieder einmal Gerüchte, wonach Sunrise und UPC einen Zusammenschluss planen sollen. Davon wäre natürlich auch die Swisscom betroffen, weil damit potenziell ein stärkerer Herausforderer für die Marktführerin entstehen würde.

Einen Erfolg verbuchte die Swisscom im neusten Mobilfunktest des deutschen Branchenmagazins Connect, der eben publiziert wurde. Swisscom siegte hauchdünn vor Sunrise.

Einen weiteren Erfolg war, dass Coop Mobile vom Salt- auf das Swisscom-Netz wechselt. Dies wurde Anfang Januar bekannt.

Neuigkeiten gab es im Januar auch in Sachen Produkte. Die Swisscom erneuert ihr Handyabo-Angebot und schafft damit die ungeliebten Gebühren für die Nutzung des Handys in der EU ab.

Die Swisscom hält an ihrem Lieferanten Huawei fest, der in den USA auf der Anklagebank wegen Spionage sitzt. Man überlege sich derzeit keinen Wechsel, sagte Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Januar. "Wir haben heute keinen Hinweis, dass Spionage in den Netzen betrieben wird", sagte er.

Im Dezember übernahm die Swisscom das bisher mit Tamedia gehaltene Gemeinschaftsunternehmen Swisscom Directories vollständig. Damit wurde eine 2015 vereinbarte Kaufoption ausgeübt. Für den 31 Prozent-Anteil von Tamedia zahlte Swisscom 220 Millionen Franken.

Im November erzielte die Swisscom einen politischen Sieg. Sie soll nicht verpflichtet werden, anderen Anbieterinnen bei allen Technologien Zugang zu den Teilnehmeranschlüssen zu gewähren. Nach dem Nationalrat sprach sich auch der Ständerat dagegen aus.

Ebenfalls im November schloss die Italientochter Fastweb die schon vor längerem angekündigte Transaktion mit Tiscali ab. Demnach übernahm Fastweb die Fixed-Wireless-Sparte (FWA) von Tiscali und die Eigentümerschaft am 3,5 Ghz-Frequenzspektrum.

AKTIENKURS: Die Swisscom-Papiere erholten sich im Herbst und lösten sich signifikant von den Jahrestiefstständen 2018. In den letzten Tagen ging es aber wieder deutlich abwärts und die Jahresbilanz 2019 ist klar negativ.

Homepage: www.swisscom.ch

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(AWP)