Die Stadtregierung wurde erst kurz vor der öffentlichen Bekanntmachung über den Entscheid der Bank in Kenntnis gesetzt, wie der Stadtrat in seiner kürzlich veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage im Gemeinderat schrieb. In einem Telefonat habe Vontobel erklärt, dass in Zürich keine ausreichend grossen Grundstücke für einen neuen Campus mit 1500 Angestellten vorhanden seien.

Dass die Stadt der Bank bei der Standortsuche nicht aktiv geholfen habe, liege an der fehlenden Vorabinformation. Grundsätzlich seien städtische Landreserven ohnehin nicht für Unternehmensansiedlungen vorgesehen, sondern für öffentliche Aufgaben wie den Bau von Schulen oder Gesundheitsbauten. Firmen würden im transparenten Zürcher Markt in der Regel passende private Büroflächen finden.

Nur zwei grosse Unternehmen weggezogen

Befürchtungen einer generellen Firmenabwanderung trat der Stadtrat entgegen. In den vergangenen zehn Jahren seien nur zwei Top-50-Unternehmen weggezogen, während sich mindestens zwei namhafte Betriebe in dieser Steuerkategorie neu angesiedelt hätten. Auch die Steuererträge durch Grossunternehmen hätten sich in den letzten Jahren positiv entwickelt.

Zudem betonte der Stadtrat, dass die generelle Beschäftigung in der Stadt deutlich zunehme. Zwischen 2011 und 2024 sei die Zahl der Vollzeitstellen um 24 Prozent gestiegen. Die Attraktivität des Standorts zeige sich auch darin, dass grosse Finanzdienstleister wie UBS, Swiss Re und Swiss Life aktuell in ihre städtischen Standorte investieren würden.

(AWP)