Die Niederlande nominierten schon am Mittwoch Knot, den früheren Chef ihrer nationalen Zentralbank, öffentlich. Ihm werden gute Chancen für den Spitzenposten zugerechnet - ebenso dem Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.
Präsidentin verlässt EZB Anfang Februar
Die EZB-Spitze wird früher als geplant frei. Lagarde will die Notenbank am 7. Februar 2027 und damit fast neun Monate vor Ende ihrer regulären Amtszeit verlassen.
Ernannt werden die Mitglieder des Direktoriums der EZB durch die Staats- und Regierungschefs der EU. Sie treffen ihre Entscheidung auf Grundlage einer Empfehlung von den Mitgliedstaaten der Eurozone. Das nächste Treffen der Eurogruppe ist für kommenden Montag (9. November) geplant, dann soll eine Bestandsaufnahme der Bewerbungen erfolgen.
Bislang keine Bewerbung aus Deutschland
Aus Deutschland ging der Eurogruppe zufolge keine Nominierung ein. Von der Bundesregierung hiess es allerdings am Mittag, die Beratungen zur Neubesetzung des Präsidiums liefen - und Einreichungsfristen könnten auch verlängert werden. In den kommenden Wochen und Monaten werde es viele Gelegenheiten geben, ein Personaltableau aufzusetzen.
Auch EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel und EZB-Chefökonom Philip R. Lane verlassen im Laufe des kommenden Jahres die Zentralbank. Daher wird auf europäischer Ebene wahrscheinlich ein Personalpaket verhandelt. Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) machte zuvor bereits deutlich, dass Deutschland sein Gewicht als grösster Staat im Euroraum einbringen wolle, um eine breit getragene und verantwortungsvolle neue Führungsspitze der EZB zu bilden./rdz/DP/jsl
(AWP)
