Geschickt Geld sparen bei der Vorsorge

Vorsorgegelder werden vergleichsweise milde oder gar nicht besteuert. Mit aufmerksamer Planung lässt sich viel Steuergeld einsparen. cash sagt, wie man Vorsorgegelder steueroptimal anlegt und bezieht.
09.12.2013 14:02
Geschickte Vorsorgeplanung umfasst auch eine Steuerplanung.

Wer vorsorgt, soll vom Staat weniger besteuert werden. Mit Einzahlungen in die Pensionskasse (2. Säule) und in die Säule 3a lassen sich Steuern sparen. Wie viel, hängt massgeblich vom Geldbetrag, der Höhe des steuerbaren Einkommens und von einer geschickten zeitlichen Staffelung beim Bezug ab.

Je höher das steuerbare Einkommen ist, desto grösser ist der Steuerspareffekt. Das tönt zwar nach Bevorzugung der reicheren Leute, ergibt sich aber aufgrund der sogenannten Steuerprogression. Wer ein höheres Einkommen versteuert, muss einen höheren Abgabesatz leisten (Progression).

Weil die einbezahlten Vorsorgegelder vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig sind, ist umgekehrt der Steuerspareffekt bei besser verdienenden Leuten deshalb grösser. Sie können die Progression mit den Einzahlungen stärker brechen.

Steuern sparen mittels Einkauf in die Pensionskasse

Je nach Grenzsteuersatz (Progression) erzielt man üblicherweise eine Steuereinsparung von 20 bis 40 Prozent des einbezahlten Vorsorgegeldes. Kalkuliert mit dem Maximalbeitrag an die Dritte Säule von aktuell 6‘739 Franken für Angestellte ergibt sich ein Steuerspareffekt zwischen 1‘350 und 2‘700 Franken.

Noch interessanter kann der Steuerspareffekt sein, wenn man zusätzliche Beiträge in die Pensionskasse einzahlt, weil hier je nach Situation grössere Beiträge möglich sind. Wieviel sogenanntes Einkaufspotential man bei der Pensionskasse noch hat, kann man bei der eigenen Pensionskasse nachfragen und berechnen lassen. Folgendes Beispiel zeigt, dass die Rendite ansehnlich sein kann, die sich netto nach Steuern bei einem einmaligen PK-Einkauf über 10 Jahre ergibt.

Langfristiger Spareffekt durch PK-Einkauf:

Einkaufssumme:                           30‘000 Fr.
Steuerersparnis (1):                    -10‘500 Fr.
Eingesetztes Kapital:                     19‘500 Fr.

Einkaufskapital nach 10 Jahren (2) 36‘570 Fr.
Steuern bei Auszahlung (3):          - 3‘291 Fr.   
Nettokapital:                                 33‘280 Fr.

Nettorendite pro Jahr (4):                    5.5%   

1 Grenzsteuersatz von 35%
2 Zins von 2% über 10 Jahre
3 Besteuerung von 9%
4 Nettorendite in Bezug auf eingesetztes Kapital

Bei 30'000 Franken Einkauf erzielt man bei einem Grenzsteuersatz von 35 Prozent, mit einer angenommenen Verzinsung von 2 Prozent über 10 Jahre Haltedauer und einer Endbesteuerung von 9 Prozent eine Nettorendite von ansehnlichen 5,5 Prozent. Noch mehr Steuern spart man, wenn der Einkaufsbetrag über mehrere Jahre einbezahlt wird. Dann bricht man die Steuerprogression am besten.

Auszahlung zeitlich staffeln

Eine frühzeitige Planung des Bezugs der Vorsorgegelder in der 2. und 3. Säule spart ebenfalls viel Steuern. Da die Steuer für grössere Summen prozentual höher ausfällt, spart man durch einen zeitlich gestaffelten Kapitalbezug viel Geld. Wie viel genau hängt von den geltenden Steuersätzen im Wohnkanton und der Wohngemeinde ab. Wer beispielsweise 150‘000 Franken statt in einem Mal in zwei oder drei Tranchen über die Jahre bezieht, spart schnell ein paar Tausend Franken.

Damit die zeitliche Staffelung funktioniert, muss man allerdings schon Jahre vorher die richtigen Vorkehrungen treffen und beispielsweise mehrere Säule 3a Konten anlegen. Denn pro Konto muss zwingend jeweils der ganze Betrag bezogen werden. Und auch mit der Pensionskasse ist rechtzeitig vor der Pensionierung ein Plan aufzustellen, wie die Aufteilung zwischen Renten- und Kapitalbezug von statten gehen soll.

Dabei sind auch vorherige Einkäufe und damit entstehende Bezugswartefristen einzukalkulieren. Als Faustregel gilt, dass man sich am besten mindestens 10 Jahre vor der geplanten Pensionierung mit der ganzen Thematik zu befassen beginnt.

(cash)