Langfristige Planung - Sieben einfache Geld-Tipps für Ihre Vorsorge

Nur wer früh und regelmässig seine Finanzen überwacht, kann im Ruhestand mit einem beruhigendem «Zusatzbatzen» rechnen. Sieben wichtige Ratschläge - gerade auch für jüngere Menschen.
11.05.2017 09:54
Von Ivo Ruch
Mit der richtigen Vorsorge liegt auch die eine oder andere Reise drin.
Mit der richtigen Vorsorge liegt auch die eine oder andere Reise drin.
Bild: Pixabay

1. Regelmässig Geld sparen

Wer ab dem 20. Altersjahr monatlich 200 Franken zur Seite legt, hat mit 65 rund 100'000 Franken angespart. Zinsen und Zinseszinsen nicht einmal berücksichtigt. Dieses einfache Beispiel zeigt die Wirksamkeit von regelmässigem Sparen. Der Tipp: Stellen Sie monatliche Einnahmen und Ausgaben in einem Budget gegenüber und definieren Sie einen Sparbetrag. Leiten Sie diesen per Dauerauftrag auf ein – möglichst spesengünstiges – Sparkonto um. Je mehr Sie verdienen, desto mehr sollten Sie zur Seite legen.

2. Das Geld «richtig» parkieren

Wohin mit dem gesparten Geld? Aktieninvestments, Fondssparpläne oder Säule-3a-Konten: Die Auswahl an Anlagemöglichkeiten ist gross, die Entscheidung hängt von der eigenen Risikofreudigkeit ab. Gerade beim Gang an die Finanzmärkte ist ein langer Zeithorizont wichtig. Nur so können die Schwankungen, die zum Wesen der Börsen dazugehören, ausgeglichen werden. Der Tipp: Schon simple Kontolösungen sorgen für regelmässige Zinszahlungen. Trotz der derzeitigen Tiefzinsen wirft ein Säule-3a-Konto über 45 Jahre gesehen immer noch rund 46'000 Franken ab – vorausgesetzt, man zahlt jedes Jahr das Maximum von derzeit 6768 Franken ein und wählt den richtigen Anbieter.

3. Finanzprodukte vergleichen

Sobald es um Finanzprodukte geht, sind die Unterschiede zwischen den Anbietern gross bis sehr gross. Der tiefste Zinssatz eines Säule-3a-Kontos ist derzeit 0 Prozent, der höchste liegt bei 0,75 Prozent. Was auch nicht gerade viel ist, aber immerhin. Ähnliches gilt für Hypotheken, Privatkonten oder Trading-Gebühren. Gerade bei langfristigen Investments können sich kleine Beträge zu einer grossen Summe addieren. Der Tipp: Online-Vergleichsdienste machen es leicht, verschiedene Produkte einander gegenüberzustellen. Machen Sie sich die Mühe. Denn wer nicht vergleicht, verliert Geld.

4. Geldanlage optimieren

In der Schweiz kostet die Verwaltung von Vermögen Gebühren in der Höhe von bis zu 2 Prozent des Anlagebetrags, wie eine Studie von moneyland.ch gezeigt hat. True Wealth, der günstigste Anbieter im Vergleich, verlangt  nur 0,5 Prozent Pauschalgebühr. Bei einer Anlagesumme von 100'000 Franken ist das ein brachliegendes Sparpotenzial von jährlich 1500 Franken. Der Tipp: Setzen Sie bei langfristigen Investments auf die günstigste Variante. Es ist die einfachste Form der Renditeoptimierung.

5. AHV-Lücken vermeiden

Die maximale AHV-Rente – 2350 Franken im Monat – bekommt nur, wer bestimmte Bedingungen erfüllt: die lückenlose Einzahlung zwischen dem 21. und 65. Lebensjahr (respektive 64 bei Frauen) und mindestens ein jährliches Durchschnittseinkommen von 84'600 Franken. Der Tipp: Bestellen Sie alle vier bis fünf Jahre einen Auszug aus Ihrem individuellen AHV-Konto. Nur so entdecken Sie mögliche Lücken. Diese können innerhalb von fünf Jahren nachbezahlt werden.

6. Pensionskasse aufpeppen

Ähnliches gilt für die Pensionskasse, also die 2. Säule: Falls Deckungslücken bestehen, sind Einkäufe möglich. Der maximal mögliche Betrag steht auf dem Vorsorgeausweis, den Arbeitnehmer zugeschickt erhalten. Durch solche freiwilligen Einzahlungen spart man Steuern und bessert die zukünftige Rente auf. Der Tipp: Überprüfen Sie den finanziellen Gesundheitszustand Ihrer Pensionskasse. Bei Sanierungsmassnahmen kann es unter Umständen zu Leistungskürzungen kommen (mehr zum Thema finden Sie hier).

7. Keine unnötigen Versicherungen

Eine falsche Versicherung kann ins Geld gehen. Und zwar doppelt: Einerseits kosten unnötige Policen überflüssiges Geld. Auf der anderen Seite können Mängel im Versicherungsschutz fast den Ruin bedeuten. Der Tipp: Fast Pflicht sind Haftpflicht- und Hausratversicherung. Und eine Unfallversicherung, falls nicht vom Arbeitgeber angeboten. Für alle weiteren Versicherungen lohnt sich in jedem Fall ein von Interessenkonflikten unabhängiger Berater und Anbieter. Dies gilt vor allem für Rechtsschutzversicherungen.