Beteiligungsreduktion - So viel verdient ein «Aktionär der ersten Stunde» mit Meyer Burger

Swisscanto verkauft Aktien von Meyer Burger. Einen beachtlichen Teil davon hatte der Fondsanbieter letzten Sommer zu deutlich tieferen Kursen erworben. Die beiden Firmen haben eine gemeinsame Vergangenheit.
16.04.2021 08:20
Von Lorenz Burkhalter
Der Hautpsitz von Meyer Burger.
Der Hautpsitz von Meyer Burger.
Bild: ZVG

Nach einer Beteiligungsreduktion im November letzten Jahres trennt sich Swisscanto bei Meyer Burger einmal mehr von Aktien. Neuerdings hält der Fondsanbieter wenige als 3 Prozent am Solarunternehmen aus dem bernischen Gwatt. Das lässt sich einer Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX entnehmen.

Über die Beweggründe für die Beteiligungsreduktion lässt sich bloss mutmassen. Auch ist nicht bekannt, ob Swisscanto ganz ausgestiegen ist oder noch Aktien hält. Was sich sagen lässt ist, dass der Fondsanbieter viel Geld auf seinem Paket verdient hat. Ein beachtlicher Teil der zuletzt veräusserten Aktien stammen nämlich aus der Kapitalerhöhung vom vergangenen Sommer. In der Spitze hielt Swisscanto damals sogar 5,63 Prozent am Solarunternehmen. Seither hat sich der Kurs der Aktie auf 45 Rappen nahezu vervierfacht.

Swisscanto seit dem Börsengang von 2006 immer mal dabei

Der Fondsanbieter und Meyer Burger haben übrigens eine gemeinsame Vergangenheit. Als Meyer Burger im Winter 2006 den Gang an die Schweizer Börse SIX wagte, zählte Swisscanto zu den "Aktionären der ersten Stunde". Wenige Jahre später reduziert letzterer seine Beteiligung allerdings unter 3 Prozent und bewegte sich fortan unter dem Radarschirm der Öffentlichkeit – bis zur Kapitalerhöhung im Jahr 2010.

Angesichts dieser langjährigen Verbundenheit schliessen Beobachter nicht aus, dass der erneute Verkauf von Aktien durch Swisscanto bei Meyer Burger kurzfristig auf die Kursentwicklung drücken könnte.

Der Solarzulieferer befindet sich inmitten einer Transformation hin zum vollintegrierten Solarunternehmen. Erst vor wenigen Tagen gab Meyer Burger eine Vertriebspartnerschaft für den Heimmarkt Schweiz bekannt (cash berichtete). Beiläufig liess das Unternehmen in einer Mitteilung an die Medien durchblicken, dass es ab Juli erstmals im grösseren Stil Solarzellen und –module ausliefern wird.

Obwohl die Meyer-Burger-Aktie zuletzt von den Jahreshöchstkursen von etwas mehr als 50 Rappen zurückgefallen ist, errechnet sich seit Jahresbeginn noch immer ein stolzes Plus von fast 33 Prozent. Damit zählt die Aktie zu den 20 besten Titel aus der Schweiz in diesem Jahr.