Am 3. November 2026 entscheiden die US-Amerikaner über die Machtverhältnisse im Kongress. Für Präsident Donald Trump steht viel auf dem Spiel: Verlieren die Republikaner ihre Mehrheit in einer oder beiden Parlamentskammern, könnte das seine wirtschaftspolitischen Pläne erheblich erschweren. Doch bringt ein Machtwechsel auch die Börsen in Bewegung? Und was bedeutet das für Schweizer Anleger?


Die Midterms: Was steht auf dem Spiel?

Bei den Zwischenwahlen werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze neu besetzt. Derzeit kontrollieren die Republikaner beide Kammern. Die Demokraten hoffen, zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zurückzugewinnen. Auch der Senat ist umkämpft.

Die Mehrheitsverhältnisse bestimmen mit, wie viel Spielraum Trump bei Steuern, Staatsausgaben und neuen Gesetzen hat. Ein Machtwechsel könnte politische Vorhaben blockieren oder Kompromisse erzwingen.

Für die Finanzmärkte ist jedoch nicht allein entscheidend, wer gewinnt. Viel wichtiger ist, welche wirtschaftspolitischen Massnahmen tatsächlich umgesetzt werden und wie sich diese auf Unternehmen, Inflation und Zinsen auswirken.
 

Drei Wahlszenarien und ihre möglichen Folgen

1. Die Republikaner behalten beide Kammern
Trump könnte seine wirtschaftspolitische Agenda mit parlamentarischer Unterstützung weiterverfolgen. Steuerpolitische Vorhaben und Deregulierung könnten dadurch erleichtert werden. Gleichzeitig bleiben Zölle, Handelskonflikte und die hohe Staatsverschuldung wichtige Risikofaktoren.

2. Die Demokraten gewinnen das Repräsentantenhaus
Eine geteilte politische Macht würde neue Gesetze erschweren und die parlamentarische Kontrolle der Regierung stärken. Das könnte weitreichende wirtschaftspolitische Änderungen bremsen. Gleichzeitig könnten Konflikte über den Staatshaushalt und die Schuldenobergrenze für neue Unsicherheit sorgen.

3. Die Demokraten gewinnen beide Kammern
Trumps Spielraum bei der Gesetzgebung und bei wichtigen Personalentscheidungen würde stärker eingeschränkt. Allerdings bliebe der Präsident im Amt und könnte weiterhin über seine exekutiven Befugnisse Einfluss nehmen. Besonders in der Aussen- und Handelspolitik wäre ein grundlegender Kurswechsel deshalb keineswegs garantiert.

 

Was die Börsengeschichte zeigt

Politische Unsicherheit kann die Aktienmärkte belasten. Doch ein Blick auf frühere US-Zwischenwahlen zeigt ein interessantes Muster.

Laut einer Auswertung von Charles Schwab erzielte der S&P 500 in den sechs Monaten nach den Midterms seit 1974 eine durchschnittliche Kursrendite von 12,4 Prozent. In allen 13 untersuchten Wahlzyklen entwickelten sich die Kurse positiv.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Anleger nach den Wahlen automatisch mit steigenden Kursen rechnen können. Die Statistik beschreibt vergangene Entwicklungen, keine Gesetzmässigkeit. Zudem können Inflation, Zinspolitik, Unternehmensgewinne und geopolitische Ereignisse die Märkte stärker beeinflussen als der Wahlausgang.

Auch die politische Blockade zwischen Präsident und Kongress ist nicht grundsätzlich positiv oder negativ für die Börsen. Entscheidend sind die wirtschaftlichen Folgen.


Was Schweizer Anleger beachten sollten

Wer amerikanische Aktien oder weltweit investierende Wertschriften im Depot hält, ist von den Entwicklungen in den USA direkt oder indirekt betroffen. Drei Faktoren verdienen besondere Aufmerksamkeit.

1. Der US-Dollar beeinflusst die Rendite
Für Schweizer Anleger zählt nicht nur die Kursentwicklung einer US-Aktie. Auch der Wechselkurs zwischen Dollar und Franken spielt eine wichtige Rolle. Verliert der Dollar gegenüber dem Franken an Wert, kann dies Kursgewinne schmälern oder sogar aufheben. Umgekehrt kann ein stärkerer Dollar die Rendite in Franken erhöhen.

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2. Politische Entscheidungen treffen Branchen unterschiedlich
Änderungen bei Steuern, Regulierung, Zöllen und Staatsausgaben können Unternehmen unterschiedlich beeinflussen. Besonders in den Bereichen Technologie, Energie, Gesundheit und Industrie lohnt sich deshalb ein genauer Blick. Entscheidend sind jedoch die konkreten politischen Massnahmen und deren Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung.

3. Nicht jede Schlagzeile rechtfertigt einen Trade
Wahlen können kurzfristig für stärkere Kursschwankungen sorgen. Wer deshalb überstürzt kauft oder verkauft, riskiert Fehlentscheide. Eine klare Anlagestrategie, ausreichende Diversifikation und ein bewusster Umgang mit Handelskosten sind langfristig wichtiger als der Versuch, den perfekten Ein- oder Ausstiegszeitpunkt zu erwischen.


Fazit: Politische Schlagzeilen sind keine Anlagestrategie

Die US-Midterms könnten die politischen Kräfteverhältnisse in Washington verändern. Welche Folgen dies für die Börsen hat, bleibt offen. Für Anleger lohnt es sich, die Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, ohne jede politische Nachricht zum Anlass für einen Trade zu nehmen. Entscheidend bleiben die Qualität der Anlagen, die Risikostreuung und die langfristigen Anlageziele.

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