Mit Aktien langfristig höhere Renditen erzielen
Historisch betrachtet zählen Aktien zu den renditestärksten Anlageklassen. Schweizer Aktien erzielten über lange Zeiträume durchschnittliche Jahresrenditen von rund 7 bis 8 Prozent trotz Finanzkrisen und geopolitischer Spannungen. Kurzfristige Kurseinbrüche gehören dazu, sind aber kein Gegenargument, sondern Teil des Systems oder wie Börsenlegende André Kostolany es formulierte: „Gewinnen kann man, verlieren muss man.“
Wichtig zu wissen:
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Kursschwankungen gehören zur Börse.
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Kurzfristige Verluste sind normal.
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Entscheidend ist der langfristige Anlagehorizont.
Wer investiert, sollte nur Kapital einsetzen, das mehrere Jahre nicht benötigt wird.
Wissen schlägt Aktionismus
Bevor Sie mit dem Handel beginnen, lohnt es sich, die wirtschaftlichen Grundlagen zu verstehen. Lesen Sie regelmässig Wirtschafts- und Finanznachrichten, verfolgen Sie Unternehmensmeldungen und lernen Sie die wichtigsten Börsenbegriffe kennen. Gleichzeitig gilt: Bleiben Sie kritisch. Verlassen Sie sich nicht blind auf Empfehlungen und laufen Sie nicht jeder Mode hinterher. Eine selbst gebildete Meinung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren an der Börse.
Kosten: Der unterschätzte Renditekiller
Neben der Auswahl der richtigen Aktien spielt ein weiterer Punkt eine entscheidende Rolle: die Gebühren. Denn was viele Anleger vergessen: Die Börse verzeiht vieles, hohe Kosten jedoch nicht.
Online-Trading ist heute deutlich günstiger als klassische telefonische Aufträge. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Bank oder Ihres Brokers insbesondere auf:
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die Courtagen (Gebühren pro Kauf oder Verkauf),
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die Depotgebühren,
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allfällige Zusatzkosten für Börsenplätze oder Währungsumrechnungen.
Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Wirkung:
Erzielen Sie eine Bruttorendite von 4,5 Prozent, zahlen aber 2,5 Prozent Gebühren, bleiben netto nur 2 Prozent. Bei 100’000 Franken Anlagekapital ergibt das nach zehn Jahren rund 121’900 Franken. Bei lediglich einem Prozentpunkt weniger Gebühren wären es bereits über 137’000 Franken.
Fazit: Kosten sparen ist keine Nebensache, es ist aktives Renditemanagement.
Aktien kaufen und verkaufen: Die wichtigsten Orderarten erklärt
Kaufen und Verkaufen von Aktien ist keine Hexerei. Beachten müssen Sie aber verschiedene Auftragsarten mit ihren Eigenheiten.
1) Bestens (oder «Market Order»)
Das ist die einfachste Tradingsart. Damit beauftragen Sie die Bank, die Aktien zum nächstmöglichen Kurs auszuführen.
- Vorteil: Sie können praktisch immer handeln.
- Nachteil: Sie haben keinen Schutz gegenüber Kursverlusten oder überhöhten Kaufpreisen. Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn Aktien mit tiefem Handelsvolumen gehandelt werden oder der Börsenplatz geschlossen ist.
Ein Beispiel: Sie geben nach Börsenschluss den Verkauf von 100 Aktien des Uhrenherstellers Swatch Group via Bestens-Auftrag ins Orderbuch ein. Zu diesem Zeitpunkt war die Aktie 189,60 Franken wert, der Verkauf hätte Ihnen also theoretisch 18'960 Franken eingebracht. Eine Börsenkorrektur über Nacht im asiatischen Raum vermiest Ihnen aber das Geschäft: Die Titel der Swatch Group eröffnen am Folgetag an der Schweizer Börse 10 Prozent tiefer bei 170,64 Franken. Pech für Sie: Erst jetzt wird der am Vorabend aufgegebene Auftrag abgewickelt – und zwar zum tieferen Preis von 170,64 Franken pro Aktie: Statt der erhofften 18'960 erhalten Sie nur 17'064 Franken.
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1. Kauf
2. Auftrag zum Verkauf "bestens" wird erteilt. Der Auftrag wird sofort zum nächstverfügbaren Preis ausgeführt.
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2) Limitierter Auftrag
Das Schöne am Aktienhandel ist, dass Sie sich vor unerwarteten Situationen – wie im Beispiel des Bestens-Auftrags beschrieben – wirksam schützen können. Für den Verkauf Ihrer 100 Swatch-Aktien hätten Sie zum Beispiel eine Verkaufslimite von 190 Franken festlegen können. Weil der Kurs bei Börseneröffnung mit 170,64 Franken deutlich unter dieser Limite lag, wäre kein Verkauf ausgelöst worden. Sie hätten die Aktie so lange behalten, bis die Schwelle von 190 Franken erreicht oder überschritten worden wäre. Das gilt sowohl für den Verkauf wie auch den Kauf einer Aktie. Nachteil: Wenn die Limite – in Ihrem Fall von 190 Franken – nicht erreicht wird, findet die Ausführung (Deal) nicht statt.
- Vorteil: Sie haben die volle Kontrolle über den Preis.
- Nachteil: Sie haben keine Garantie für die Ausführung.
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1. Kauf
2. Auftrag zum limitierten Verkauf wird erteilt.
3. Erst beim Erreichen der Limite wird der Auftrag ausgeführt.
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3) Stop-Loss
Um Verluste zu begrenzen eignet sich ein Stop-Loss. Sie besitzen schon seit einiger Zeit Aktien des Pharmaunternehmens Roche. Sie sind bei 290 Franken pro Titel eingestiegen. Inzwischen hat sich dieser nach einem Zwischentief sehr schön entwickelt und notiert bei 347,45. Sie halten weitere Anstiege für möglich und möchten noch nicht gerade verkaufen, haben aber Angst vor einem Kurseinbruch. Ein einfaches Mittel zur Absicherung: Erstellen Sie einen Stop-Loss-Auftrag zu einem Preis von zum Beispiel 310 Franken. Sollte die Aktie diesen Wert «kratzen», wird Ihr Swatch-Papier automatisch «bestens» verkauft. Also zum besten zu erzielenden Preis. Diese Variante eignet sich gut, wenn Sie beispielsweise Ihre Ferien ohne das tägliche Auf und Ab an den Börsen geniessen wollen.
- Vorteil: Sie schützen sich vor grösseren Verlusten.
- Nachteil: Ein Verkauf kann unter dem Stop-Preis erfolgen.
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1. Kauf
2. So bald der Auslösepreis (Trigger) berührt oder unterschritten wird, wird sofort ein Auftrag bestens ausgeführt.
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4) Stop-Limit
Der Stop-Loss hat einen kleinen Haken mit möglicherweise grosser Auswirkung. Weil der Verkauf «bestens» erfolgt, kann das bei einer starken Kurskorrektur auch mal deutlich unter Ihrer angegebenen Schwelle sein. Doch auch dafür gibt es ein Rezept: Als «Schutz gegen unten» können Sie eine untere Limite definieren. Fällt der Kurs unter diese Marke, wird der Verkauf gestoppt. Konkret: «Verkaufen» zum Beispiel bei 100 Franken oder «Kaufen» bei 60 Franken. Sie setzen eine Kurs-Limite. Falls diese Kursvorgaben nicht erreicht werden, findet kein Geschäft statt.
Praxis-Tipp: Setzen Sie Stop-Loss- oder Limit-Marken nicht zu eng. Ein Abstand von etwa 5-15 Prozent unter dem aktuellen Aktienkurs ist je nach Valor sinnvoll. Wenn die Aktie grössere Kursschwankungen oder ein tiefes Handelsvolumen aufweist, können Sie auch einen grösseren Abstand wählen. So verhindern Sie, dass das Go zum Verkauf nicht bei herkömmlichen Tagesschwankungen ausgelöst wird. Vergessen Sie nicht, nach einem deutlichen Anstieg des Kurses die Limite zu erhöhen. Sonst droht Ungemach und bei einem Kurssturz gingen die zwischenzeitlichen Gewinne flöten.
- Vorteil: Sie sind besser vor extrem schlechten Kursen geschützt.
- Nachteil: Sie haben das Risiko, das gar kein Verkauf zustande kommt.
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1. Sie möchten erst dann verkaufen, wenn der Kurs in einen stärkeren Abwärtstrend gerät.
2. Der Auslösepreis (Trigger) wird unterschritten. Die Verkaufsorder wird aktiviert.
3. Es wird ein limitierter Auftrag erteilt. Je nachdem wo dieses Verkaufslimit angesetzt wird, kommt es sofort, erst später, oder ggf. zu gar keiner Ausführung.
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Erst üben, dann investieren!
Testen Sie Ihre Strategie, bevor Sie loslegen. Sie können beispielsweise am cash Börsenspiel oder ein «Basic» Börsenabo bei cash.ch abschliessen und sich dort Ihr eigenes Portfolio zusammenstellen und testen: «Was wäre , wenn...?». So können Sie sich mit der Plattform vertraut machen, verschiedene Auftragsformen durchspielen und erhalten mit der Zeit das Gefühl für den Handel. Und es macht auch nichts, wenn der Schuss mal nach hinten hinaus geht: Besser in der Hauptprobe Geld in den Sand setzen als beim realen Aktienhandel.
| Orderart | Vorteile | Nachteile |
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Bestens-Auftrag |
sofortige Ausführung | Preis unkontrollierbar, bei kleinem Handelsvolumen unklarer Preis, eventuell Mischkurs mit grosser Differenz |
| Limitierter Auftrag | Preis fix | Teilausführung oder gar keine Ausführung |
| Stop-Loss-Auftrag | begrenzt Verluste, Abwärtsrisiko begrenzen (Triggerpreis) und nur bei Aktien eindeutig sinnvoll einsetzbar | Ausführungspreis unsicher (Triggerpreis) bei Derivaten, Preis kann ggf. grosse Differenz ausmachen |
| Stop-Limit-Auftrag | Mindestpreis bekannt | Teilausführung oder gar keine Ausführung |
Fazit:
Erfolgreich Investieren beginnt mit Verständnis! Fragen Sie sich immer zuerst: Verstehe ich, was ich kaufe oder verkaufe? Erfolgreiches Investieren bedeutet nicht, den Markt schlagen zu wollen, sondern klug und überlegt vorzugehen. Den Grundstein für Ihren Anlageerfolg legen Sie, indem Sie unnötige Gebühren vermeiden.
Wichtiger Hinweis
Dieser Artikel wurde von cash – banking by bank zweiplus verfasst, dem langjährigen Tradingpartner von cash.ch. Er richtet sich ausschliesslich an Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Der Artikel richtet sich nicht an Personen, denen geltende Gesetzgebung aufgrund ihres Wohnsitzes oder ihrer Nationalität den Zugang zu Informationen, wie sie in diesem Artikel enthalten sind, verbietet. Insbesondere richtet sich dieser Artikel nicht an US-Personen.




