Der Euro hat sich auch zur Schweizer Währung wieder abgeschwächt und notiert am Mittag mit 0,9580 Fr. nun wieder unter der Marke von 96 Rappen. Wegen Faktoren wie dem Ukraine-Krieg, der drohenden Energiekrise und Konjunktursorgen werde der Franken tendenziell gefragt bleiben, heisst es in einem Kommentar der Commerzbank. Der US-Dollar zeigt sich zum Franken allerdings fester und kostet mit 0,9818 wieder mehr als 98 Rappen.

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im September weiter verschlechtert. Der Indikator fiel auf den tiefsten Stand seit 20 Monaten. Er deutet auf eine schrumpfende Wirtschaft hin. "Angesichts der sich verschlechternden Geschäftslage und des zunehmenden Preisdrucks infolge steigender Energiekosten ist mit einer Rezession in der Eurozone zu rechnen", erklärte S&P-Chefökonom Chris Williamson. Von einer Rezession sprechen Ökonomen bei zwei Quartalen in Folge mit schrumpfender Wirtschaftsleistung.

"Die hohen Energiepreise würgen derzeit regelrecht die Konjunktur ab", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Die gestiegenen Gas- und Strompreise belasteten nicht nur den Verbraucher, sondern auch den Unternehmer. "Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges werden nun erst richtig sichtbar und könnten kaum brutaler sein", so Gitzel. Die Eurozone leidet unter den hohen Energiepreisen deutlich stärker als die USA, da sie in der Energieversorgung stark von Russland abhängig war.

Aus den Reihen der Notenbanken melden sich im Tagesverlauf mehrere prominente Vertreter zu Wort, darunter US-Notenbankchef Jerome Powell und Bundesbankpräsident Joachim Nagel. In dieser Woche hatten viele Zentralbanken ihren Kampf gegen die hohe Inflation mit meist kräftigen Zinserhöhungen fortgesetzt.

In den USA stehen am Nachmittag zudem die von S&P erhobenen Einkaufsmanagerindizes auf dem Programm. Allerdings werden die Frühindikatoren dort nicht so stark beachtet wie in Europa. In den USA steht der alteingesessene Indikator des ISM-Instituts im Vordergrund.

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(AWP)