Auch zum Franken ist der Euro merklich gestiegen. Derzeit wird er zu 0,9504 gehandelt, nach 0,9449 am frühen Abend. Der US-Dollar hat sich dagegen mit 0,9766 gegenüber 0,9761 nur unwesentlich verändert. Alledings notierte er am Morgen noch bei 0,9950 und damit massiv höher.

Der Dollar büsste gegenüber allen wichtigen Währungen an Wert ein. Die als sicher geltende Weltleitwährung litt unter der wieder gestiegenen Risikofreude an den Börsen, nachdem sich die britische Notenbank gegen den zuletzt drastischen Zinsanstieg am heimischen Kapitalmarkt gestemmt hatte.

Experten gehen jedoch weiterhin von einem anhaltenden Druck auf den Euro aus. Zwar werden in den USA und der Eurozone weitere kräftige Leitzinserhöhungen erwartet. Allerdings präsentierten sich jüngste US-Konjunkturdaten robuster als die der Eurozone. Am Mittwoch trübten sich wirtschaftliche Frühindikatoren aus Italien deutlich ein. Das Konsumklima für Deutschland sank auf ein Rekordtief. Die Eurozone ist zudem besonders durch die Energiekrise belastet. So sind die europäischen Erdgaspreise zuletzt wieder merklich gestiegen.

"Dass die EZB dennoch ihre Geldpolitik weiter straffen muss, dürften die Inflationsdaten diese Woche unterstreichen", schreibt Commerzbank-Expertin You-Na Park-Heger. Die schwache Konjunkturentwicklung sollte jedoch Zweifel wecken, inwieweit die Europäische Zentralbank bereit sei, die Zinsen weiter deutlich anzuheben. Derzeit gibt es laut Park-Heger keine Alternative zum Dollar.

Im Blick des Devisenmarkts bleibt das britische Pfund. Die Notenbank will angesichts der heftigen Turbulenzen am britischen Anleihemarkt bis Mitte Oktober Staatsanleihen kaufen. Das Pfund profitierte nicht von der Entscheidung und war sogar zeitweise weiter unter Druck geraten. Die jüngst angekündigten Steuersenkungen der Regierung hatten Sorgen mit Blick auf die Nachhaltigkeit der Staatsfinanzen ausgelöst.

la/he

(AWP)