Auch zum Franken legte der Euro zu. So stieg das EUR/CHF-Währungspaar im Laufe des Tages wieder über die Marke von 0,99 und notiert am frühen Abend bei 0,9919 Franken nach 0,9848 Franken am Morgen. Für das USD/CHF-Paar ergab das 0,9772 Franken am Abend gegenüber etwas tieferen 0,9756 Franken am Morgen.

Der Euro profitierte von Kursrückgängen beim Dollar und einer vorübergehend wieder steigenden Risikobereitschaft der Anleger. Die Tauschverhältnisse zum Dollar zeigten generell eine Gegenreaktion nach den jüngsten Turbulenzen, während die Nachfrage nach dem Dollar als vergleichsweise sichere Anlagen nachliess. Die US-Währung stand auch zu allen anderen wichtigen Währungen unter Druck.

Ausserdem sind die Zinserwartungen an die US-Notenbank zuletzt leicht gesunken. Vergangene Woche wurde diskutiert, ob das Fed auf seiner nächsten Zinssitzung Ende Juli einen besonders grossen Schritt um einen ganzen Prozentpunkt vornehmen könnte. Dem haben einige Notenbanker, die als Vertreter einer eher straffen Linie gelten, aber widersprochen.

Hauptereignis der Woche ist die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die Währungshüter dürften die erste Zinsanhebung in der Eurozone seit etwa elf Jahren beschliessen und sich so gegen die hohe Inflation stemmen.

Ausserdem bleibt die Sorge wegen einer Energiekrise in Europa ein grosses Thema. Der Fokus der Anleger richten sich auf die Wiederbefüllung der Gaspipeline Nord Stream 1 nach Wartungsarbeiten zum Wochenende. Sollten die Gaslieferungen weiter ausbleiben, dürfte das den Euro nach Einschätzung von Marktbeobachtern wieder unter Druck setzen. Vor allem Deutschland ist in Europa stark auf russisches Gas als Energieträger angewiesen.

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(AWP)