CREDIT SUISSE: Vincent Kaufmann von der Aktionärsvereinigung Ethos hat die am kommenden Mittwoch anstehende ausserordentlichen Generalversammlung der Credit Suisse gegenüber der "SonntagsZeitung" als "einen Witz" bezeichnet. Er sei schockiert, dass die CS die Restrukturierung durchdrücken wolle, ohne dass die Aktionäre an der nur virtuell durchgeführten Veranstaltung kritische Fragen stellen könnten. Konkret geht es um mögliche Interessenkonflikte der Verwaltungsrätin Blythe Masters und des neuen Chefs der ausgegliederten Investmentbank CS First Boston, Michael Klein. An der GV sollen die Aktionärinnen und Aktionäre die Aufnahme von 4 Milliarden Franken neuen Kapitals bewilligen. Knapp die Hälfte davon soll von der National Saudi Bank kommen, der danach knapp 10 Prozent der Aktien der Bank gehören werden. Ethos wird den Einstieg der Saudis am Mittwoch ablehnen. (SoZ, S. 45)

HOLCIM: Vier Bewohner der vom Untergang bedrohten indonesischen Insel Pari prüfen eine Klage gegen den Zementkonzern Holcim in der Schweiz einzureichen. Unterstützt von NGOs wollen sie Holcim und auch diverse Energie- und Ölfirmen für deren Beitrag zum Klimawendel verantwortlich machen, wie "Finanz und Wirtschaft" in der aktuellen Ausgabe schreibt. "Wir wollen, dass das Unternehmen die Emissionen reduziert, aber auch, dass es Schadenersatz zahlt an die Bewohner von Pari," sagte Laura Duarte Reyes, Rechtsberaterin bei der die Klage unterstützenden Menschenrechtsorganisation ECCHR. In diesem Sommer wurde die Klage eingereicht. Ein Schlichtungsverhandlung im Oktober ging ohne Ergebnis zu Ende. Die Organisationen prüften nun die Einreichung einer zivilrechtlichen Klage. (FuW, S. 11)

STADLER RAIL: Der Zugbauer Stadler Rail hat die Wartung von Zügen im dänischen Aarhus nicht rechtzeitig durchgeführt. Es handelte sich dabei um eine in Europa vorgeschriebene Inspektion nach den ersten 500'000 Kilometern Laufleistung, wie in der "Schweiz am Wochenende" zu lesen ist. In Folge mussten sieben von zwölf Trams des Typs Tango aus dem Verkehr gezogen werden. Der Verkehr in Aarhus wurde dadurch beeinträchtigt. Stadler konnte gegenüber der Zeitung noch nicht den Grund für den Fehler nennen. Man habe aber Sofortmassnahmen ergriffen und arbeite mit Hochdruck an der Lösung des Problems. Am vergangenen Donnerstag konnte das erste betroffene Tram auch wieder seinen Betrieb aufnehmen, weitere Züge sollen zeitnah folgen. (SaW, S. 17)

MIGROS: Die Migros arbeite an einem Plan, um das Supermarkt-Geschäft der einzelnen regionalen Genossenschaften unter einem Dach zusammenzulegen. Laut einem Insider sollen neben dem Einkauf auch die gesamte Wertschöpfungskette, einschliesslich Logistik und IT, unter einem Dach vereint werden, wie die "Schweiz am Wochenende" schreibt. Hauptziel sei dabei die Steigerung der Effizienz. Angesiedelt werden soll die neue Einheit nicht an den grössten Genossenschaften, sondern an den effizientesten. Genannte werden in dem Beitrag die Migros Ostschweiz und Migros Luzern. Mit dem Schritt würde auch die Zentrale geschwächt und zu einem Dienstleistungszentrum reduziert, heisst es weiter. (SaW, S. 17)

ALPIQ: Die Schweiz muss nach Ansicht von Alpiq-Vizechef Michael Wider in den kommenden Jahren mit einem anhaltenden Strommangel rechnen. Es sei noch zu früh für eine Entwarnung, sagte Wider in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung". Alle Nachbarländer der Schweiz seien bei der Stromproduktion noch stark von Gaskraftwerken abhängig. Komme es bei der Gaslieferung nach Europa in einem der kommenden Winter zu Engpässen, werde das unweigerlich auch für die Schweiz zum Problem. Die Schweiz sei beim Strom sehr eng mit Europa verbunden. (NZZaS, S. 30, siehe separate Meldung)

AXPO: Dass ausgerechnet der unter dem staatlichen Rettungsschirm stehende Energiekonzern Axpo bei der Wasserkraftreserve der ElCom nicht dabei ist, sorgt in der Branche für böses Blut. Das werfe kein gutes Licht auf die Branche, sagt etwa sagt Alpiq-Vizechef Michael Wider in der "NZZ am Sonntag". Die Axpo hatte so teuer geboten, dass der Bund bei ihm keinerlei Reserven einkaufte. "Dies entspricht nicht unserem eigenen Anspruch, stets einen hohen Beitrag an die Versorgung der Schweiz zu leisten", sagte Axpo-Sprecher Martin Stucki der Zeitung. (NZZaS, S. 30)

ERDGAS: Der Schutz der Schweizer Gasversorgung ist laut einem internen Bericht des Bundes mangelhaft. Namentlich vor Sabotage-Angriffen ist die Infrastruktur nicht gut genug gesichert. Die Behörden bestätigten einen entsprechenden Bericht der "NZZ am Sonntag". Die Zeitung analysierte die bisher unveröffentlichte Risiko- und Verwundbarkeitsanalyse zur Erdgasversorgung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (Babs) und des Bundesamtes für Energie (BFE) vom Juli 2021. Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und die beiden Bundesämter bestätigten die Aussagen des Artikels auf Anfrage gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. (NZZaS, S. 15, siehe separate Meldung)

WINTERSPORT: Zwei von drei Skigebieten wollen ihre Ticketpreie erhöhen, wie eine Umfrage von "CH Media" zeigt. Dabei steigen die Preise im Schnitt zwischen drei bis fünf Prozent, im Extremfall aber auch um bis zu 15 Prozent. Als Hauptgrund für den Preissprung werden die gestiegenen Energiepreise angeführt, aber auch Anpassungen im Preisregime. In Skigebieten mit sogenannten "dynamischen Preisen" steigen die Preise tendenziell weniger stark an. Jedoch haben auch hier einige Gebiete die Preisobergrenzen angehoben. (SaW, S. 15)

VINCENZ-PROZESS: Das schriftliche Urteil im Prozess des ehemaligen Raiffeisen-Chefs Pierin Vincenz ist erst Ende November zu erwarten, wie die "NZZ am Sonntag" mit einer Anfrage herausgefunden hat. Ursprünglich sollten die Parteien das Urteil bereits im Sommer schriftlich erhalten. Gründe für die Verzögerung nannte das Gericht nicht. Die Medien werden voraussichtlich erst im Dezember Einsicht in die geschwärzte Version erhalten.

CRYPTO-WÄHRUNGEN: Der europäische Ableger der bankrotten Kryptobörse FTX hatte bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht eine Lizenz beantragt. Das hat die "NZZ am Sonntag" erfahren. "FTX ist kein Einzelfall", sagte auch der Finanzmarktexperte Hans Kuhn zur Zeitung: "Ein halbes Dutzend ausländischer Kryptohandelsplätze hat schon Interesse an einer Ansiedlung in der Schweiz gezeigt und bereits auch konkrete Schritte unternommen, um sich hier regulieren zu lassen." Und Rechtsanwalt Marcel Hostettler konstatiert, dass das Interesse am Standort Schweiz mit den Problemen von FTX "noch einmal gestiegen ist." (NZZaS, S. 29)

IRAN-SANKTIONEN: Der Ölhändler Wiktor Artemow soll von Genf aus einen internationalen Schmugglerring steuern. So zumindest sieht es das US-Finanzministerium, das den Händler auf die Sanktionsliste gesetzt hat. Dem gebürtigen Ukrainer soll es gelungen sein, das Ölembargo gegen den Iran zu umgehen. Die Firma habe iranisches Rohöl auf den Weltmärkten verkauft. Sie soll eine im Ausland operierende Elite-Einheit der iranischen Revolutionsgarden und der libanesischen Hizbollah finanziell unterstützen. Die USA stufen die Hizbollah als Terror-Organisation ein. Wegen der massiven Gewalt gegen iranische Frauen haben sowohl die USA als auch die EU ihre Sanktionen gegen iranische Offizielle, auch der Revolutionsgarden, jüngst verschärft. (TA, S. 5)

SPIONAGESOFTWARE: Das Emirat Katar, Gastgeber der Fussballweltmeisterschaft 2022, hat vor acht Jahren bei einem Schweizer Unternehmen Spionagetechnik einkaufen wollen. Wie Recherchen des "SonntagsBlicks" zeigen, meldeten sich Vertreter der katarischen Armee bei der Firma Boger Electronics im appenzellischen Gais. Das Emirat interessierte sich für IMSI-Catcher, mit denen Handys angezapft und abgehört werden können. Der Auftragswert belief sich auf 6 Millionen Franken. Das Staatssekretariat für Wirtschaft gab grünes Licht. Auch das EDA und der Nachrichtendienst des Bundes hatten keine Einwände. Das Geschäft kam dann doch nicht zustande. Der Bund habe zu lange gebraucht, um das Bewilligungsgesuch zu prüfen, so die Appenzeller Firma. (SonntagsBlick)

cg/ra

(AWP)