Auch am letzten Handelstag der Woche dominierten an den Märkten die Sorgen vor weiteren Zinsschritten der Notenbanken in den USA und Europa. Die am Vortag publizierten Inflationsdaten aus der EU, Deutschland, Frankreich und Spanien hatten im Handel jedenfalls die Ängste vor weiteren Leitzinserhöhungen weiter befeuert. In diesem Umfeld vermochte auch ein ganzer Reigen von weitgehend positiven Einkaufsmanagerindizes in Europa und den USA am heutigen Handelstag keine wesentlichen Impulse zu setzen.

Der SMI gewann zum Schluss 0,22 Prozent auf 11'190,09 Punkte hinzu, dies bei einem Tagestief von 11'135 Zählern. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein kleines Plus von 0,1 Prozent. Der 30 Titel umfassende SLI, bei dem die Schwergewichte gekappt sind, stieg 0,46 Prozent auf 1783,30 Zähler und der breite SPI 0,29 Prozent auf 14'436,45 Punkte. Zwei Drittel der SLI-Firmen schlossen höher und ein Drittel tiefer.

Ein deutlicheres Tagesplus im SMI verhinderten vor allem die defensiven Schwergewichte Novartis (-0,6%) und Nestlé (-0,2%), nachdem sie am Vortag den SMI noch befeuert hatten. Nestlé hat die Produktion von Pizzas in seiner Fabrik im französischen Caudry eingestellt, da die Verkäufe nach einer Verseuchung mit E.Coli-Bakterien deutlich gesunken waren.

Mit Zugewinnen von 8,3 Prozent auf 2,784 Franken verzeichneten Credit Suisse das mit Abstand grösste Tagesplus unter den Blue Chips. Im Handelsverlauf gewannen die Papiere stetig an Wert hinzu. Laut Händlern handelt es sich um eine Gegenbewegung auf die hohen Verlusten am Vortag (-7,0%). Damit konnten sich die Papiere wieder deutlich vom Allzeittief absetzen, das am Vortag bei 2,497 Franken markiert worden war. Auch UBS (+2,4%) gingen mit deutlichen Gewinnen ins Wochenende.

Hinter CS als grössten Gewinner folgten zwei Medtech-Werte. So gewannen Sonova und Straumann je zwischen 3 und 4 Prozent. Mit Zugewinnen von 2,6 beziehungsweise 2,4 Prozent erholten sich auch die beiden Techwerte VAT und AMS Osram wieder von ihren Vortagesverlusten. Während VAT am Donnerstag wegen eines eher verhaltenen Ausblicks auf das laufende Geschäftsjahr unter Druck waren, wurden AMS Osram von Sorgen um gesunkene iPhone-Verkäufe belastet.

Grösster Verliere waren derweil die Valoren von Zurich. Sie landeten mit Verlusten von 1,7 Prozent klar am Ende der Tabelle. Die Papiere wurden durch eine Rating- und Kursziel-Senkung durch JPMorgan und einem negativen Kommentar belastet. Dies könnte eine Art von Kettenreaktion bei anderen Analysten auslösen, wurde am Markt befürchtet. Swiss Life (-0,1%) holten dagegen frühe deutlichere Verluste fast wieder auf, und Swiss Re gingen gar unverändert aus dem Handel.

Im breiten Markt legten Calida und SFS nach Vorlage von Jahreszahlen mehr als drei Prozent zu. Die Papiere von Coltene (+0,6%) schlugen sich wacker, obwohl das Unternehmen in zurückliegenden Geschäftsjahr einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und Gewinn hinnehmen musste. Bachem (+7,5%) legten nach einem Grossauftrag für die Peptid-Herstellung deutlich zu.

In den hinteren Reihen stechen zudem die Papiere des angeschlagenen Biotechunternehmens Obseva mit Zugewinnen von über 74 Prozent hervor, obwohl das Unternehmen mit keinen Neuigkeiten aufwarten konnte. Das Handelsvolume war mit über 10 Millionen Papieren um ein vielfaches höher als im Durchschnitt.

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(AWP)