Zwar hat sich das Geschehen an der Wall Street am Vorabend etwas beruhigt, allerdings kamen die Bankaktien erneut unter die Räder. Zudem rutschten in Fernost die Kurse ebenfalls ab. Die Anleger stünden nun vor der Frage, ob es sich beim Kollaps von US-Banken nur um kurzfristige Turbulenzen handelt oder ein Schneeball eine Lawine und eine Systemkrise auslöse, meinte ein Markttteilnehmer. Zwar haben US-Regierung und Notenbank Massnahmen zugunsten der Kunden der Banken angekündigt. Die Unsicherheit dürfte aber hoch bleiben, heisst es etwa bei der Credit Suisse. Dies könnte es dem Fed ermöglichen, eine Pause bei den Zinserhöhungen einzulegen.

Die Bank Julius Bär berechnet den SMI gegen 08.15 Uhr vorbörslich um 0,18 Prozent tiefer auf 10'612,64 Punkten. Am Vortag büsste der Leitindex 1,24 Prozent ein, hatte aber zeitweise gar mit zwei Prozent im Minus gesatnden. Unterdessen notiert der SMI auch unter dem Vorjahresschluss.

Alle 20 SMI-Titel werden zwischen -0,2 und -0,3 Prozent tiefer gestellt. Im Blick bleiben die Finanzwerte Credit Suisse (-0,3%) und UBS (-0,2%). Gemäss dem heute veröffentlichten Geschäftsbericht kämpft die CS weiter mit Geldabflüssen. Zwar hätten sich die Abflüsse von Kundengeldern auf viel tieferen Niveaus stabilisiert, sie hätten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Geschäftsbericht aber noch nicht gedreht, schreibt die Bank.

Mehr Bewegung gibt es auf den hinteren Reihen. Dafür sind vor allem Firmenergebnisse verantwortlich. So werden die Aktien des Flughafen Zürich nach Zahlen um 3,8 Prozent höher indiziert. Auch BKW (+0,6%) erhalten Rückenwind von den vorgelegten Ergebnissen.

Dagegen geraten Komax (-1,7%) nach Zahlen unter Druck. Der Maschinenbauer hat zwar 2022 erneut Rekordwerte geschrieben, damit aber die Erwartungen "nur" erfüllt. Ausserdem zeigte sich Komax bei der Dividende knauseriger als erwartet.

Auch bei den Aktien von Polypeptide (-4,2b%) belastet der Geschäftsabschluss den Kurs. Der Peptidhersteller lässt nach einem Gewinneinbruch die Dividende ausfallen.

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(AWP)