Mit dem Ölpreis-Krieg zwischen dem Opec-Mitglied Saudi Arabien und dem Nicht-Mitglied Russland sind die Sorgen um die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft um eine weitere Facette ergänzt worden. Nachdem sich das Ölkartell Opec und seine Kooperationspartner nicht auf eine weitere Beschränkung der Rohölproduktion einigen konnten rauschten die Öl-Preise am Montag um etwa 30 Prozent in die Tiefe. Zugleich breitet sich das Coronavirus immer weiter aus - vor allem Italien ist weiterhin besonders stark betroffen. Ganze Regionen und Städte im Norden des Landes sind abgeriegelt.

Der von der Bank Julius Bär berechnete SMI bricht gegen 08.20 Uhr um 4,98 Prozent ein auf 9'252,21 Punkte. Bereits am Freitag hatte er einen Verlust von 4 Prozent erlitten und seine Jahresbilanz damit auf -8,3 Prozent gebracht.

Noch stärkere Abgaben werden beispielsweise für den deutschen Dax oder den Eurostoxx-50 erwartet. Die Futures für die Wall Street deuten Abgaben von etwa 1'200 Punkten zum Auftakt an.

Als weitere Belastungsfaktoren kommen noch die jüngsten Konjunkturdaten aus China und Japan hinzu. Sie verschärfen die Panik an den Märkten.

Entsprechend suchen Investoren in vermeintlich sicheren Häfen wie Gold Zuflucht. Der Preis für die Feinunze zieht auf mehr als 1'700 US-Dollar an. Auch der Franken steht unter Aufwertungsdruck. Zugleich werden US-Staatsanleihen gesucht, was die Rendite der zehnjährigen Treasuries zeitweise auf historische Tiefs drückt.

Besonders deutlich kommen entsprechend auch die Bankaktien unter die Räder. UBS verlieren 9,8 Prozent, die CS 8,3 Prozent und Julius Bär 7,2 Prozent. Als Grund gelten die sinkenden Renditen der US-Staatsanleihen. Tiefe Renditen bedeuten auch tiefere Einnahmen für die Finanzinstitute.

Mit Kursverlusten von 7,3 und 6,6 Prozent fallen auch die konjunktursensiblen Werte wie ABB und Adecco besonders deutlich.

Im breiten Markt werden Ypsomed nach einer Gewinnwarnung 9,2 Prozent tiefer gestellt.

hr/kw

(AWP)