Autogrill bzw. deren Mehrheitsaktionär Edizione S.p.A. führt demnach "Gespräche ohne jegliche Exklusivität über eine mögliche Integration der beiden Gruppen", wie es in einer Mitteilung von Autogrill vom frühen Dienstagnachmittag heisst. Dufry war für eine Reaktion vorerst für AWP nicht erreichbar.

Die beiden Unternehmen waren von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen. Der Umsatz von Dufry beispielsweise sank vor allem wegen geschlossener Flughäfen im Jahr 2020 gegenüber 2019 um über 70 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken, fast genauso hoch war das Minus unter dem Strich. Letztes Jahr setzte Dufry immerhin wieder 3,9 Milliarden um, schrieb allerdings noch immer rote Zahlen.

Die zur Benetton-Gruppe gehörende Autogrill ist etwas kleiner als Dufry. Vor der Pandemie (2019) machte sie einen Umsatz von 5,0 Milliarden Euro, im ersten Coronajahr (202) waren es dann 2,0 Milliarden und im vergangenen Jahr 2,6 Milliarden.

Weit zurückliegende Geschichte

Die Basel beheimatete Dufry geht auf die 1865 gegründete Weitnauer-Gruppe zurück. Das Unternehmen betreibt als weltweite Nummer 1 der Branche in 65 Ländern rund 2500 Geschäfte an Flughäfen, Häfen, Bahnhöfen, auf Schiffen etc. 90 Prozent des Umsatzes werden dabei an Flughäfen erwirtschaftet.

Das Unternehmen, dessen Aktien seit 2005 an der SIX kotiert sind, ist nach diversen Akquisitionen in den letzten Jahren stark verschuldet und musste entsprechend schon diverse Kapitalerhöhungen durchführen. Die Aktie erreichte 2017 den höchsten Stand bei 172,60 Franken, kurz nach Beginn der Pandemie fiel sie bis auf 19,40 zurück und notiert heute wieder bei über 36 Franken. Dies entspricht einer Marktkapitalisierung von rund 3,3 Milliarden Franken.

Die Fusionsgerüchte mit Autogrill haben der Aktie nun wieder etwas Schub gegeben. Aktuell notiert das Papier 3,5 Prozent höher, bei Autogrill sind es 5,2 Prozent mehr.

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(AWP)