Der Krieg in der Ukraine mit Sanktionen gegen Russland und massiv steigender Ölpreis. Verknappung bei Kupfer mit ebenfalls stark steigenden Preisen des Rohstoffs wegen hoher Nachfrage aus der Industrie der erneuerbaren Energien, aus der E-Auto-Branche und aus dem IT-Sektor. Dann steigende oder fallende Zinsen, Abwertung von Währungen oder Investments in eine Vielzahl von Firmen aus einer bestimmten Branche wie etwa IT oder aus einem bestimmten Land oder Kontinent: Egal welche Krise kommt oder wo auf der Welt es einen Auf- oder Abschwung gibt oder geben könnte: Anleger können reagieren und genau dort investieren, wo sie die grössten Chancen sehen.

Anders als mit vielen Einzelinvestments ganz mühsam und mit viel Zeitaufwand, können Anleger mit ETFs nicht nur zahllose Asset-Klassen spielen, sondern auch noch einen weiteren ganz wichtigen Punkt erreichen: Risikostreuung und das mit ETFs ohne grossen Aufwand. Erfahrene Börsianer wissen, dass Diversifikation, die Aufteilung des Vermögens auf eine Vielzahl von Anlageklassen oder konkrete Titel, das A und O des Investierens ist. Wer das nicht macht, hat vielleicht wie beim Lotto einmal Glück und erzielt extrem grosse Kursgewinne bei einem Einzelinvestment, hat aber entsprechend im umgekehrten Fall auch hohe Risiken, falls eine Anlage kollabiert. Da kann es dann schnell um alles oder nichts gehen. Mit ETFs können Anleger dagegen breit streuen und solche Risiken vermeiden. 

Waren Investments in die oben genannten Anlageklassen wie etwa in Rohstoffe, Währungen oder Zinsen vor der Jahrtausendwende in der Regel nur kapitalstarken, sehr erfahrenen Anlegern oder professionellen Investoren nur über Option oder Futures oder aktiv gemanagte Fonds zugänglich, so können seit dem Jahr 2000 auch Kleinanleger ihre Depots nach den eigenen Präferenzen zusammenstellen. Und zwar konkret über an der Schweizer Börse SIX gehandelte Indexfonds, den sogenannten ETFs – den Exchange Traded Funds.

Mittlerweile gibt es an der SIX mehr als 2100 verschiedene ETFs von mehr als 30 verschiedenen Emittenten wie etwa von Swisscanto, Vontobel, Leonteq, UBS oder ZKB. Die Emittenten übernehmen bei einem ETF – also einem Indexfonds mit einer Vielzahl an Basiswerten – die Auswahl der Titel und die Zusammensetzung. ETFs auf einen Aktienindex wie etwa die Nasdaq oder den SMI bilden dabei diese Indizes in der Regel 1:1 oder annähernd 1:1 ab.

Und da wird der Vorteil für Anleger sofort ersichtlich: An der Wall Street mit dem weltweiten Leitindex im Technologiesegment dem Nasdaq 100, sind 101 Unternehmen enthalten. Diese Vielzahl an Basiswerten können Privatanleger wegen des unglaublichen Aufwands und damit zusammenhängend auch hoher Kosten und Börsengebühren selbst kaum nachbilden. Wer will schon 101 verschiedene Aktien ordern?

Ein Beispiel eines Investments in ein ganz umfangreiches Aktienuniversum mittels ETF ist der Index Equity Fund USA von Swisscanto (ISIN: CH0315623006). Dieses Produkt bildet den US-Aktienmarkt mit dem Index MSCI USA und dabei mit einer extrem hohen Quote auch den breiten S&P 500 ab. Dieses ETF hat sich in den letzten zehn Jahren in etwa vervierfacht.

Oder Gold. Natürlich lassen sich Goldnuggets oder Barren auch zu Hause deponieren. Um nur an der Wertsteigerung des Edelmetalls teilzuhaben, sind ETFs auf das gelbe Metall aber besser geeignet. ZKB etwa bietet hier ein ETF (ISIN: CH0139101593). Das Produkt ist in den letzten 20 Jahren in etwa auf das Fünffache gestiegen.

ETFs bieten hier aber nicht nur den Vorteil der einfachen Umsetzung einer breiten Diversifikation, sondern gegenüber klassischen Fonds auch einen Kostenvorteil. Da die ETFs – anders als klassische Fonds, die aktiv von einem Fondsmanager gemanagt werden – mehr oder weniger automatisiert investieren, liegen die jährlichen Gebühren häufig im Bereich zwischen 0,1 und 0,5 Prozent. Das liegt etwa ein Prozent oder gar mehr unter den Kosten für einen aktiv gemanagten Fonds. Zudem gibt es bei ETFs keinen Ausgabeaufschlag, der bei klassischen Fonds oft im Bereich von fünf Prozent liegen kann. ETFs sind damit für Börsianer, die ihr Kapital diversifiziert anlegen wollen, eine kostengünstige Alternative zu klassischen Fonds.

Transparenz auf jeden Fall ist bei ETFs gewährleistet. Die Produkte werden börsentäglich an der SIX gehandelt und wie etwa beim ZKB-Gold-ETF ist der Kursverlauf sogar über Jahrzehnte nachvollziehbar. Und wenn am Ende ohne grossen Aufwand 400 Prozent Gewinn stehen wie beim ZKB Gold-ETF, dann zeigt das doch nur eins: Anleger sollten ETFs ganz oben auf ihrer Liste haben.