Bekannter Fussballer beteiligt sich an Goldmine

Ehemaliger Chelsea-Stürmer kauft sich bei einer afrikanischen Goldmine ein – Meyer Burger noch immer im Rechtsstreit - Und: Trennt sich Bâloise vom deutschen Lebensversicherungsgeschäft?
12.06.2013 12:30
cash Insider
Bekannter Fussballer beteiligt sich an Goldmine

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Manchmal haben auch die Meldungen Signalwirkung für die Märkte, welche auf den ersten Blick nicht in einem wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Um eine solche Meldung handelt es sich bei einer Beteiligungsnahme des Ausnahmefussballers Didier Drogba in seiner Heimat an der Elfenbeinküste.

Wie mir berichtet wird, hat sich der 35-jährige im Rahmen einer Teilprivatisierung mit 5 Prozent an der Ity-Goldmine beteiligt. Mit seinem Engagement befindet sich der ehemalige Chelsea-Stürmer in bester Gesellschaft. Denn mit 55 Prozent grösste Aktionärin ist die in Kanada beheimatete La Mancha Resources, welche wiederum von Naguib Sawiris kontrolliert wird. Beim ägyptischen Milliardär handelt es sich um keinen geringeren als dem älteren Bruder von Samih Sawiris.

Didier Drogba ist Kapitän der Fussballnationalmannschaft der Elfenbeinküste und wurde schon zweimal zu Afrikas Fussballer des Jahres gewählt. Nach mehreren erfolgreichen Saisons bei Chelsea wechselte Drogba nach einem kurzen Abstecher beim chinesischen Erstligisten Shanghai Shenhus Liansheng letztendlich zu Galatasaray Istanbul.

Gemäss den Angaben von La Mancha Resources produzierte die 1991 in Betrieb genommene Ity-Goldmine im vergangenen Jahr 31000 Unzen Gold. Über die Signalwirkung der Beteiligungsnahme Drogbas in der Heimat lässt sich getrost streiten. Denn selten genug beweisen Ausnahmetalente im Sport auch eine gute Hand bei ihren Finanzen. Nehmen wir die Meldung deshalb vorerst für das was sie eigentlich ist: Ein bisschen Abwechslung vom derzeit tristen Börsenalltag.

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Die Medien vergessen schnell. Manchmal zu schnell. Denn nur so lässt sich erklären, wieso der seit mehr als zwei Jahren tobende Rechtsstreit zwischen Roth & Rau und Conergy in Vergessenheit geraten ist.

Spätestens seit der Übernahme von Roth & Rau im Frühjahr 2011 ist dieser Rechtsstreit auch für Meyer Burger zu mehr als nur einem Nebenschauplatz geworden. Immerhin macht der ehemalige Grosskunde aus Norddeutschland Schadensersatzansprüche in der Höhe von nicht weniger als 220 Millionen Euro geltend. Die Tochter Roth & Rau fordert ihrerseits rund 8 Millionen Euro im Zusammenhang mit noch offenen Rechnungen.

Die Aktionärinnen und Aktionäre von Meyer Burger dürften heute mit Spannung gen Norden blicken, hält Conergy heute in Hamburg doch die diesjährige Hauptversammlung ab. Vermutlich wird dabei auch der noch immer hängige Rechtsstreit zur Sprache kommen.

Aufgrund der nicht enden wollenden Auftragsflaute liesse sich eine millionenschwere Entschädigungsleistung für Meyer Burger nicht einfach so aus der Portokasse begleichen. Umso beängstigender ist der Rechtsstreit mit Conergy aus Aktionärssicht.

Eine Anfrage meinerseits am Hauptsitz von Meyer Burger im bernischen Gwatt zum Stand der Dinge wurde umgehend beantwortet. Das Unternehmen verweist auf den Geschäftsbericht 2012. Diesem entnehme ich, dass Rückstellungen im Umfang der noch offenen Rechnungen getätigt wurden. Dabei wird auf zwei externe Rechtsgutachten verwiesen. Das letzte Wort im Rechtsstreit mit Conergy ist allerdings noch nicht gesprochen.

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Nach der Entflechtung mit Deutscher Ring war die gestern von Bâloise angekündigte Restrukturierung des Deutschlandgeschäfts die logische Schlussfolgerung. Die Schliessung von zwei der vier Standorte wird über die kommenden Jahren voraussichtlich 400 Angestellten ihre Stelle kosten.

Das Deutschlandgeschäft gilt in Analystenkreisen spätestens seit dem erfolgreichen Turnaround in Belgien als Sorgenkind des Basler Traditionsunternehmens. Einem Kommentar aus dem Hause Sarasin entnehme ich Interessantes: Obschon Deutschland bei Bâloise für gut 20 Prozent der Bruttoprämien verantwortlich ist, trägt das nördliche Nachbarland dem Verfasser zufolge gerademal 3 Prozent zum operativen Gewinn bei. Deshalb begrüsst der Experte die Restrukturierungsmassnahmen.

Noch einen Schritt weiter geht sein für JP Morgan tätiger Berufskollege. Letzterer vermutet, dass sich Bâloise im Zuge der Neuausrichtung sogar vom deutschen Lebensversicherungsgeschäft trennen oder dieses herunterfahren könnte. Diese Geschäftsaktivitäten seien sehr kapitalintensiv.

Über die letzten sechs Jahre hielt Bâloise konstant an einer jährlichen Dividendenausschüttung von 4,50 Franken fest. Ein Ausstieg aus dem kapitalintensiven deutschen Lebensversicherungsgeschäft könnte deshalb den Anfang einer noch grosszügigeren Ausschüttungspolitik markieren.

An dieser Stelle sei noch zu erwähnen, dass JP Morgan die bisher für Bâloise entstandenen Kosten aus der Hochwasserkatastrophe in Deutschland auf umgerechnet knapp 30 Millionen Franken schätzt. Damit ist die Katastrophe für das Unternehmen verkraftbar und aus heutiger Sicht ohne Folgen für die Ausschüttungspolitik.