Dies sind die neuen Zugpferde bei den Nebenwerten

Der cash Insider verrät, welchen drei Nebenwerten aus der Schweiz die Puste noch nicht ausgegangen ist - Und: Aktien von Straumann werden bei Morgan Stanley wiederentdeckt.
09.12.2016 12:30
cash Insider
Dies sind die neuen Zugpferde bei den Nebenwerten
Bild: fotolia.com

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In gut drei Wochen ist auch das Börsenjahr 2016 Geschichte. Wenn sich heute schon etwas mit Bestimmtheit sagen lässt, dann dass die Musik bei uns in der Schweiz in den vergangenen 12 Monaten hauptsächlich in den Nebenwerten spielte.

Allerdings wird dieses Titelsegment nicht mehr länger von denselben Aktien angeführt, wie noch vor wenigen Wochen. Der Mittelzufluss in die Nebenwerte hat spürbar nachgelassen, das Handelsgeschehen ist selektiver geworden.

Weiterhin von einem Rekord zum nächsten klettern die Aktien von Temenos. Die in Genf beheimatete Bankensoftwareschmiede hat in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht. Die Folge: Alleine seit dem Spätsommer vor vier Jahren hat sich der Börsenwert des Unternehmens mehr als versechsfacht. Das dürfte vor allem Martin Ebner freuen, halten der bekannte Financier und seine Frau Rosmarie direkt und indirekt doch 15 Prozent der ausstehenden Aktien.

Darf man dem Leiter der Aktienanalyse bei der Bank Vontobel Glauben schenken, dann dürfte der Aktienkurs noch bis in die Nähe von 100 Franken weiterziehen. Er sieht die Westschweizer in Übersee weitere wichtige Aufträge an Land ziehen (siehe Kolumne vom 29. November).

Ein Schnäppchen sind die Aktien von Temenos schon eine ganze Weile nicht mehr. Selbst auf den ambitiös hohen Schätzungen der Traditionsbank aus Zürich errechnet sich mittlerweile ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von mehr als 34.

Auch die Valoren von Comet dürften hierzulande weit oben in der Jahresbestenliste zu finden sein. Erst vor wenigen Wochen liess der kleine Halbleiterhersteller anlässlich des Investorentages durchblicken, dass das Jahresergebnis am oberen Ende der firmeneigenen Prognosenspanne ausfallen werde.

Die Aktien von Temenos (grün), Comet (violett) und Bobst (orange) lassen den SPI (rot) weit hinter sich; Quelle: www.cash.ch

Mit ebeam hat Comet ein interessantes und vielversprechendes Projekt im Köcher. Unter dem langjährigen Konzernchef Ronald Fehlmann liess sich das Unternehmen diesbezüglich nicht so recht in die Karten blicken. Das könnte sich unter seinem erst vor wenigen Tagen überraschend bekanntgegebenen Nachfolger René Lenggenhager jedoch schon bald ändern, was an der Börse Fantasien weckt. Alleine in diesem Jahr errechnet sich bei diesen Aktien immerhin ein Plus von gut 30 Prozent.

Von einem "ungeschliffenen Rohdiamanten" kann bei Bobst gesprochen werden. Der Maschinenbauer aus dem Waadtland wächst rasant und das insbesondere im hochmargigen Ersatzteilgeschäft. Der Grund für das Kursfeuerwerk von mehr als 50 Prozent seit Jahresbeginn ist allerdings nicht zuletzt auch dem eher engen Markt zu verdanken.

Anders als Temenos und Comet bewegt sich die Aktienbewertung bei Bobst noch immer in einem einigermassen vernünftigen Rahmen. Selbst auf den eher tief angesetzten Gewinnschätzungen der Zürcher Kantonalbank errechnet sich für das nächste Jahr ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15.

Die Liste beliebter Nebenwerte, welche einschneidenden Gewinnmitnahmen zum Opfer fallen, wird immer länger. Jüngst erwischte es neben Ypsomed und Gurit auch den Überflieger u-blox.

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Dass die Börse keine Einbahnstrasse ist, zeigt Straumann. Die Valoren des führenden Dentalimplantateherstellers haben sich nie mehr richtig von der Beteiligungsplatzierung des Grossaktionärs GIC von Ende August erholt. Und das, obschon der Wachstumsmotor der Basler auf allen Zylindern feuert.

Nach dem von Sektorrotationen losgetretenen Absturz der letzten Tage werden die Aktien langsam aber sicher wiederentdeckt.

Die Aktien von Straumann können ihre jüngste Kursdelle wieder wettmachen; Quelle: www.cash.ch

Heute erhöht der gerade in angelsächsischen Breitengraden bestens bekannte Medizinaltechnikanalyst von Morgan Stanley sein Anlageurteil von "Equal-weight" auf "Overweight". Und um seiner Kaufempfehlung den gebührenden Nachdruck zu verleihen, beziffert er das Kursziel trotz unverändert beibehaltenen Umsatz- und Gewinnschätzungen neu auf 439 (407) Franken.

Der Experte rechnet im kommenden Jahr mit einer Fortsetzung des beachtlichen Wachstums. Dieses ist vor allem dem Konzernchef Marco Gadola und seinem einst von Branchenkennern belächelten Vorstosses ins tiefe Preissegment zu verdanken. Bleibt zu hoffen, dass Straumann auch in Zukunft an die vergangenen Erfolge anknüpfen kann.

 

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