Übernahmespekulationen - Wird Meyer Burger nach China verkauft?

Der cash Insider weiss von «Freitagsgerüchten» zu Meyer Burger und AMS zu berichten - Und: Ausgerechnet die Erzrivalin Credit Suisse entdeckt die Aktien der UBS wieder.
19.01.2018 12:30
cash Insider
Wird Meyer Burger nach China verkauft?
Bild: fotolia.com

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Freitagen wird an den Aktienmärkten eine besondere Bedeutung zuteil - und das nicht etwa, weil die Marktakteure erwartungsvoll dem bevorstehenden Wochenende entgegenfiebern. Vielmehr häufen sich jeweils freitags abenteuerlich anmutende Spekulationen. Da macht auch der heutige Tag keine Ausnahme.

Im Zentrum aggressiver Käufe stehen die Aktien von Meyer Burger. Erst gestern wartete das Solarzulieferunternehmen aus dem bernischen Gwatt mit dem vorläufigen Jahresumsatz sowie dem Auftragseingang auf. In beiden Fällen wurden die jeweiligen Analystenschätzungen leicht übertroffen.

Treibende Kraft hinter dem jüngsten Kursanstieg sind allerdings Spekulationen unterschiedlichster Couleur. Von einem ominösen Grossauftrag aus Asien ist im hiesigen Handel zu hören, genauso wie von Kaufinteressenten aus China.

Kolportiert werden diese Gerüchte - so lasse ich mir jedenfalls sagen - von zwei Börsenbriefen aus unserem nördlichen Nachbarland Deutschland. Unnötig zu erwähnen, dass beide die Aktien von Meyer Burger zum Kauf anpreisen (siehe auch "Geheimnisumwitterte Käufe aus Deutschland lassen den Damm bei Meyer Burger brechen" vom 4. Januar).

Spekulationsgetriebener Höhenflug der Aktien von Meyer Burger (Quelle: www.cash.ch)

Fantasie geht zudem von Berichten rund um Spannungen zwischen dem Elektroautomobil-Pionier Tesla und seinem japanischen Partnerunternehmen Panasonic aus. Nicht zum ersten Mal wird darauf spekuliert, dass Meyer Burger bei den Amerikanern für Panasonic in die Lücke springen könnte.

Auch um AMS wollen die Spekulationen nicht abreissen. Einmal mehr setzt ein negativer Bericht auf der Onlineplattform Digitimes zur Nachfrage bei asiatischen Zulieferunternehmen von Apple den Aktien des Sensorenherstellers zu. Von zwischen 15 und 30 Prozent rückläufigen Bestellungen für das erste Quartal ist im Bericht die Rede.

Wie einem Kommentar aus dem Aktienhandel der MainFirst Bank entnommen werden kann, ist nicht auszuschliessen, dass AMS am 6. Februar mit einem eher vorsichtigen Ausblick für das angelaufene erste Quartal aufwartet.

Dennoch sind seit Tagen auffällige Käufe in den Call-Warrants AMIRJB und AMSUJB zu beobachten. Auffällig dabei: bei beiden Derivaten ist Julius Bär die Emittentin.

Angeblich stehen diese Warrantskäufe im Zusammenhang mit Spekulationen, wonach auch AMS zum Ziel einer Übernahme aus China werden könnte.

Ich gebe nicht viel auf solche "Freitagsgerüchte" und vermutete dahinter blosses "Positionsgerede".

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Sage lieber nichts, als etwas Falsches über jemanden zu sagen. Diesen Vorsatz nahm sich in den letzten Jahren der für die Credit Suisse tätige Jon Peace bei der Beurteilung der Aktien der UBS stets zu Herzen.

In einer mir zugespielten Unternehmensstudie stuft Peace die Valoren der Erzrivalin nun überraschend von "Neutral" auf "Outperform" herauf. Das Kursziel lautet neu 22 (zuvor 17,50) Franken.

Der Studienautor findet sichtlich Gefallen daran, dass die grössere der beiden Schweizer Grossbanken geschätzte 70 Prozent des Vorsteuergewinns im internationalen Wealth Management mit ultrareichen Kunden erzielt. Aufgrund des starken Standbeins in diesem lukrativen Kundensegment sieht Peace die UBS die Nettoneugelderwartungen anderer Berufskollegen um das doppelte übertreffen.

Die Aktien der Credit Suisse (grün) lassen jene der UBS (rot) weit hinter sich zurück (Quelle: www.cash.ch)

Kursseitiges Aufwärtspotenzial verspricht sich der Studienautor auch im Zusammenhang mit einem möglichen Aktienrückkaufprogramm. Er hält ein solches schon ab dem laufenden, spätestens aber ab dem kommenden Jahr für wahrscheinlich.

Gut möglich, dass die UBS am Montag anlässlich der Jahresergebnispräsentation zumindest schon mal eine Erhöhung der Ausschüttungsquote von derzeit 50 auf 65 Prozent bekanntgeben wird (siehe "Eine weitere Spekulationswelle rollt heran" vom 16. Januar).

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