Vor der Küste von Jütland spielt sich derzeit ein spektakulärer Transport ab. Anfang März 2026 hat ein Spezialschiff damit begonnen, die Turbinen für den grössten Offshore-Windpark Dänemarks zu installieren. Die 132 Meter lange und 45 Meter breite „Brave Tern“ kann jeweils drei Anlagen auf das offene Meer befördern. Insgesamt sollen bis Ende Jahr 72 Windräder in Position gebracht werden. Sie ragen jeweils 148 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Sobald die 115 Meter langen Rotorblätter 2027 in Betrieb gehen, werden sie zusammen über eine Kapazität von 1.1 Gigawatt (GW) verfügen und rein rechnerisch in der Lage sein, mehr als eine Million dänische Haushalte mit Elektrizität zu versorgen.1

Das Projekt „Thor“ steht mustergültig für die globale Energiewende. Weltweit schreitet der Ausbau von regenerativen Stromquellen voran. Nicht nur die Zahl der Windräder nimmt zu. Gleichzeitig gehen neue Photovoltaikmodule ans Netz, während die Wasserkraft in vielen Regionen seit jeher eine wichtige Rolle für die Stromversorgung spielt. Laut Zahlen der International Renewable Energy Agency (IRENA) lagen die globalen Kapazitäten für erneuerbare Energie 2024 bei 4'443 GW. Innert fünf Jahren hatten sie damit um rund drei Viertel zugenommen. Gut 40 Prozent der globalen Kapazitäten entfallen auf Sonnenstrom. Wasser- und Windkraft steuern 28 Prozent respektive rund ein Viertel zum Ökostrom-Mix bei.2

Ausbau von Erneuerbaren trotz politischem Gegenwind

Noch liegen keine Zahlen für das vergangene Jahr vor. Doch es spricht einiges dafür, dass der Ausbau der „Erneuerbaren“ weitergeht - obwohl beispielsweise die US-Regierung im Dezember 2025 den Bau von fünf Windparks gestoppt hatte. Die US-Justiz hat sämtliche Anordnungen danach wieder aufgehoben. Zuletzt gab ein Bundesgericht dem dänischen Konzern Orsted grünes Licht für den Weiterbau eines Windparks vor der Ostküste der USA.3

Dazu passend konnte die Aktie des weltgrössten Entwicklers und Betreibers von Offshore-Windparks Boden gut machen. In den ersten zehn Wochen des Börsenjahres 2026 dehnte sich die Kapitalisierung von Orsted um rund ein Fünftel aus. Damit hat der dänische Large Cap zum starken Abschneiden des Solactive Renewable Energy Index beigetragen. Orsted kommt hier mit 42 weiteren Unternehmen des Sektors zusammen. Sie haben es allesamt durch einen stringenten Auswahlprozess geschafft. Der Indexanbieter Solactive AG durchforstet ein Universum von annähernd 6'400 Unternehmen aus entwickelten Märkten. Sie müssen auf Sicht von einem sowie sechs Monaten ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von mindestens einer Million US-Dollar erreicht haben.

Ein breites Spektrum

Im nächsten Schritt suchen die Experten Aktien aus den Segmenten Wind- und Sonnenenergie, Spezialisten für Renewable Equipment sowie auf Ökostrom spezialisierte Versorger (Green Utilities) heraus. Die ausgewählten Komponenten werden nach ihrer Marktkapitalisierung gewichtet. Allerdings ist der maximale Indexanteil eines Titels auf fünf Prozent begrenzt. Alle drei Monate kommt die Zusammensetzung auf den Prüfstand. Neben dem möglichen Wechsel von Aktien wird dann auch die Gewichtung wieder in den vorgegebenen Rahmen gezogen. Ein Blick auf die Zusammensetzung macht die sowohl technisch als auch regional breite Streuung des Index deutlich. Neben Orsted sind beispielsweise die europäischen Windkraftspezialisten Vestas und Nordex enthalten.
Dominiert wird der Solactive Renewable Energy Index von Unternehmen aus Nordamerika. Zu den Vertretern des Kontinents zählt Nextpower. Das kalifornische Unternehmen widmet sich voll und ganz der Sonnenenergie und liefert technologische Lösungen für den Bau, Betrieb und die Überwachung von Solarparks. Das Geschäft brummt: Für die ersten drei Quartale der Fiskalperiode 2026 (per 31.03.) verbuchte Nextpower ein Umsatzwachstum von nahezu einem Drittel. Gleichzeitig türmte sich ein rekordhoher Auftragsbestand von fünf Milliarden US-Dollar auf. Neben einem starken Heimatmarkt profitierten die Kalifornier von vielen Bestellungen aus Europa.4

Direkte Partizipation

Ein Tracker-Zertifikat (Symbol: RENEWU) bildet den Solactive Renewable Energy NTR Index ohne Laufzeitbegrenzung ab. Anleger haben dadurch die Möglichkeit, eine diversifizierte und flexible Positionierung im Bereich der erneuerbaren Energieträger aufzubauen. Der Basiswert wird nach der Methode Net Total Return (NTR) berechnet. Auf diese Weise fliessen neben dem Kursverlauf die Ausschüttungen der im Index enthaltenen Unternehmen netto in die Wertentwicklung ein. Die Verwaltungsgebühr für den Tracker beträgt 0.75 Prozent p.a.
Bitte beachten Sie, dass kein Kapitalschutz besteht. Zudem muss – wie immer bei Strukturierten Produkten – das Emittentenrisiko berücksichtigt werden.
 

Quellen:

1) RWE, Medienmitteilung, 04.03.2026
2) IRENA, Renewable Energy Statistics 2025, Juli 2025
3) Reuters, Medienbericht, 02.02.2026
4) Nextpower, Medienmitteilung, 27.01.2026

Zum Autor

Jérôme Allet, Leiter Public Distribution für Strukturierte Produkte Schweiz, UBS Investment Bank
Jérôme Allet begann seine berufliche Laufbahn 2011 als Graduate Talent bei der UBS Investment Bank. Seit 2017 leitet er das Team «Public Distribution Sales Switzerland» im Bereich Structured & Solutions Distribution. In dieser Funktion verantwortet er den öffentlichen Vertrieb von Strukturierten Produkten in der Schweiz. Seit 2018 ist er zusätzlich für White Label Lösungen im Bereich Hebelprodukte in Europa zuständig.

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