Der Preisdeckel für russisches Öl gilt für den Verkauf von russischem Öl in Drittstaaten wie Indien, China oder die Türkei und wurde 2022 von der EU gemeinsam mit den USA und Japan, Kanada und Grossbritannien eingeführt. Die Obergrenze ist eine der Sanktionen, mit denen der Westen auf den von Moskau begonnenen Angriffskrieg gegen die Ukraine reagiert. Sie soll unter anderem dafür sorgen, dass Russland nicht von Preisanstiegen für Öl profitiert und damit seine Kriegskasse füllen kann.
Während einige Länder einen niedrigen Preisdeckel fordern, befürchteten andere zuletzt ungerecht grosse Nachteile für heimische Schifffahrtsunternehmen, wenn der sogenannte Ölpreisdeckel zu stark gesenkt werde.
Als Kompromiss wurde im Sommer vereinbart, die Preisobergrenze regelmässig anzupassen, so dass sie langfristig nicht mehr als 15 Prozent unter dem durchschnittlichen Marktpreis liegt. In einem ersten Schritt wurde sie von derzeit 60 auf 47,60 US-Dollar pro Barrel reduziert. Nun erfolgte die erste Senkung nach dem neuen Mechanismus. Die Preisdeckel wird von der Kommission alle sechs Monate überprüft. Ausserordentliche Überprüfungen sind möglich./rdz/DP/jha
(AWP)

