Ausserhalb der Eurozone ging es ebenfalls nach oben. Der britische Leitindex FTSE 100 kletterte um ein Prozent auf 10.783,87 Punkte, während der Schweizer SMI um 0,1 Prozent auf 14.011,52 Punkte stieg.
Im Vergleich zu den deutlichen Gewinnen einiger asiatischer Börsen blieb der Anstieg aber überschaubar. «Die Investoren agieren weiterhin vorsichtig», stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. Dafür seien nicht nur die anstehenden Zahlen des Technologieschwergewichts Nvidia verantwortlich. «Insbesondere die Strafzollthematik gilt als erneuter, nicht unerheblicher, Unsicherheitsfaktor», so Lipkow. «Auch die aussenpolitische Situation zwischen den USA und dem Iran gilt weiterhin als hochbrisant.»
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank stellte indes fest, dass US-Präsident Donald Trumop in seiner Rede zur Lage der Nation ohne neue Zolldrohungen ausgekommen sei, nachdem ihm das jüngste Urteil des obersten US-Gerichts ein zentrales Werkzeug seiner politischen Agenda aus der Hand genommen habe. Zudem hätten sich die Anleger bei diesem Thema «inzwischen ein dickes Fell zugelegt».
Zu den stärksten Sektoren gehörten die Bankaktien. Hier setzten HSBC Akzente. Die britische Bank hatte ihren operativen Gewinn dank guter Geschäfte mit der Verwaltung von Vermögen gesteigert. Analyst Aman Rakkar von Barclays sprach von einem «sehr starken Quartal, das die Erwartungen deutlich übertroffen hat». HSBC kletterten um 5,2 Prozent.
Gute Nachrichten gab es auch von Santander . Die spanische Bank will bis zum Jahr 2028 deutlich mehr Kunden gewinnen und ihren Überschuss kräftig steigern. Der Gewinn soll von zuletzt gut 14 Milliarden auf mehr als 20 Milliarden Euro klettern. Die Aktie gewann drei Prozent.
Am Ende des Feldes lagen dagegen die Nahrungs- und Getränkehersteller. Für einen Kater sorgten die Zahlen von Diageo . Unter seinem neuen Chef Dave Lewis strich das Management die Erwartungen an das neue Geschäftsjahr bis Ende Juni ein weiteres Mal zusammen. Zudem wurde die Dividende gekürzt. Die Aktie sank um 5,8 Prozent.
Unspektakulär fiel dagegen die Reaktion auf die Zahlen von Iberdrola aus. Der spanische Energiekonzern hatte 2025 dank eines guten Stromnetzgeschäfts deutlich mehr verdient. Für die kommenden Jahre peilt das Management ein weiteres Gewinnwachstum an. Die Aktie tendierte kaum verändert. Die Analysten der kanadischen Bank RBC sprachen von einem Zahlenwerk im Rahmen der Erwartungen./mf/mis
(AWP)

