Mit den Gewinnen setzten die Marktteilnehmer auf nachlassenden Inflationsdruck in den USA und entsprechende Auswirkungen auf die US-Geldpolitik. "Die Gesamtteuerungsrate wird deutlich zurückkommen", betonten die Volkswirte der Helaba mit Blick auf die Verbraucherpreise für Juni. Sie warnten allerdings vor zu grossem Optimismus. Der Rückgang sei "zwar erfreulich, zu einem wesentlichen Teil aber einem Basiseffekt geschuldet." Daher wäre es zu früh, "den Sieg über die Inflation auszurufen und die Zinsspekulationen massiv zu reduzieren."
Auch Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets blieb vorsichtig und machte "Enttäuschungspotenzial" aus. An der Bedeutung der Zahlen ändere sich damit freilich nichts. "Die heutigen Daten könnten also ganz klar die Richtung der Börse über den Sommer vorgeben", betonte Molnar.
Zinssensible Branchen legten in Vorgriff auf die Daten deutlich zu. Technologie-, Einzelhandels- und Immobilienwerte ragten mit überdurchschnittlichen Gewinnen hervor. Aktien des Technologieschwergewichts ASML profitierten auch von einer Analyse. "Der nächste Aufschwung beginnt", schrieb Analyst Janardan Menon vom Analysehaus Jefferies in einer Studie zur europäischen Halbleiterbranche. In den kommenden beiden Jahren rechnet er mit starkem Ergebniswachstum und einer massiven Neubewertung. ASML kletterten um 2,8 Prozent.
Mit Philips war zudem ein weiterer Wert aus den Niederlanden gefragt. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte den Titel mit einem Kursziel von 28 Euro und der Einstufung "Buy" in die Bewertung aufgenommen. Nach einer über längere Zeit unterdurchschnittlichen Kursentwicklung böten die Aktien des Medizintechnikanbieters mittlerweile einen guten Wert, schrieb Analyst Richard Felton in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Für die Markterwartungen machte Felton Aufwärtspotenzial aus.
Einziger Sektor im Minus waren die Reise- und Freizeitwerte. Hier belastete eine Studie der Deutschen Bank zu den Fluggesellschaften. Aktuelle Ticketpreise lägen unter jenen vor einem Jahr, so Analyst Jaime Rowbotham. Er stufte daher zahlreiche Aktien der Branche ab, darunter International Airlines Group , die um 3,2 Prozent fielen. Mit den ebenfalls abgestuften Air France-KLM ging es um 3,7 Prozent nach unten./mf/stk