Der EuroStoxx 50 gewann am Mittag 0,62 Prozent auf 5575,97 Punkte. Etwas besser lag der Schweizer SMI im Rennen. Er stieg um ein Prozent auf 12.795,09 Punkte. Für den britischen FTSE 100 ging es unterdessen um 0,63 Prozent auf 10.191,59 Punkte nach oben.

Zur Vorsicht mahnen derzeit die möglichen Folgen eines längeren Konflikts im Iran und anhaltend hoher Ölpreise. «Mit dem starken Anstieg der Energiepreise wächst die Befürchtung, dass die Weltwirtschaft in eine stagflationäre Phase geraten könnte, also in eine Zeit schwachen Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation», gab Duncan Lamont, Leiter des Strategic Research bei der Fondsgesellschaft Schroders, zu bedenken. «Für den Aktienmarkt ist das im historischen Mittel das ungünstigste Szenario.»

Diese Sorgen unterstrichen neue Inflationsdaten - auch wenn sie nicht ganz so schlimm ausgefallen waren wie befürchtet. Im Jahresvergleich hatten die Verbraucherpreise in der Eurozone im März um 2,5 Prozent zugelegt. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 1,9 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt einen etwas stärkeren Anstieg auf 2,6 Prozent erwartet.

Die Ölwerte lagen als einziger Sektor im Minus. Belastet wurden die Kurse von Meldungen, denen zufolge die USA ein Ende des Iran-Kriegs anstreben. Laut dem «Wall Street Journal» soll sich US-Präsident Donald Trump gegenüber seinen Beratern bereit erklärt haben, den Militäreinsatz im Iran zu beenden. Dies solle geschehen, selbst wenn die strategisch wichtige Strasse von Hormus weiterhin weitgehend gesperrt bleibe.

Mässig entwickelten sich auch die Technologiewerte. ASML und andere Halbleiterwerte litten unter den schwachen Vorgaben aus Asien und den USA, wo der Halbleitersektor deutlich nachgegeben hatte.

Stärkster Sektor waren dagegen die Finanzdienstleister. Hier stützten die Gewinne des Schwergewichts UBS . Das Institut kann laut einem Medienbericht auf politische Unterstützung bei den Plänen rund um schärfere Kapitalvorschriften hoffen. Führende Schweizer Parlamentarier hätten versichert, dass sie einen Kompromiss zu den Plänen des Bundesrats vorschlagen würden, schrieb die «Financial Times» (FT) unter Berufung auf Insider. Die UBS wollte den FT-Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren./mf/stw

(AWP)