Ausserhalb der Eurozone war das Bild ähnlich: Der britische Leitindex FTSE 100 schaffte es mit 10.693 Zählern zuletzt auch knapp ins Plus, genauso wie der Schweizer SMI mit seinem Stand von 13.873 Punkten.
Die erste Nervosität der Anleger legte sich schnell, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem Präsidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für viele bisher verhängte Zölle entzogen hatte. Trump reagiere prompt mit der Ankündigung neuer Zölle für alle Länder. Schon in Asien hatten die geöffneten Börsen dies gut weggesteckt, während die Futures an den US-Börsen bis zuletzt nachgaben. Ob sich Trumps Vorhaben auf bestehende Absprachen zur Zollobergrenze auf Importe aus der EU auswirken, bleibt offen.
Der EuroStoxx profitierte davon, dass es Gegengewichte gab zu den Kursverlusten bei Schwergewichten wie SAP und ASML , die den schwächeren Vorgaben für die US-Börse Nasdaq folgten. Auf der Gewinnerseite standen vor allem die Finanzwerte, die im Eurozonen-Leitindex stark vertreten sind.
Banken führten europaweit die Sektorwertung an, mitunter gestützt auf die Titel der spanischen Santander und der niederländischen ABN Amro , die mit Anstiegen um etwa drei Prozent jeweils von positiven Analystenstimmen profitierten. Santander wurde von RBC mit dem Argument einer attraktiven Bewertung auf «Outperform» hochgestuft. ABN sprach die Bank of America aus ähnlichen Gründen eine Kaufempfehlung aus.
Gut da stand auch der Energiesektor, der zuletzt wegen Italiens Interventionsplänen unter fallenden Strompreisen gelitten hatte. Enel konnte diese Sorgen nun mildern. Das operative Gewinnziel für 2026 übertraf die Erwartungen. Die Italiener wollen zudem mehr Dividende zahlen und Aktien zurückkaufen. Enel stand mit 5,6 Prozent Plus an der EuroStoxx-Spitze.
Negative Schlagzeilen machte vor allem Novo Nordisk mit einem Kurseinbruch um fast 16 Prozent. Der ehemals für seine Abnehmmittel von Anlegern gefeierte Pharmakonzern muss bei der Entwicklung neuer Medikamente in diesem Bereich den nächsten Rückschlag hinnehmen, indem das Mittel Cagrisema in einer Studie die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Die Aktien erreichten ihren niedrigsten Stand seit 2021.
Ein grosser Verlierer kam mit Forvia noch aus dem Autosektor. Die Titel des Zulieferers verloren 6,5 Prozent an Wert infolge der Resultate, die die Lichttechnik-Tochter Hella vorgelegt hatte. Diese enttäuschte den Markt nach Angaben des JPMorgan-Fachmanns Jose Asumendi mit ihrem vorläufigen Margenziel. Der Scheinwerferhersteller selbst geht 2026 von schwierigen Marktbedingungen aus.
In London sorgte ausserdem noch Johnson Matthey für Enttäuschung. Der Kurs des britischen Mischkonzerns brach um 16 Prozent ein wegen der Neuigkeit, dass man sich beim Verkauf des Geschäftsbereichs Catalyst Technologies an den US-Konzern Honeywell nur auf einen Unternehmenswert von gut 1,3 Milliarden britische Pfund einigen konnte - deutlich weniger als die noch im Mai 2025 vereinbarten 1,8 Milliarden./tih/jha/
(AWP)

