Der EuroStoxx 50 gewann 0,50 Prozent auf 5.569,73 Punkte. Auf Monatssicht ergibt dies ein Minus von 9,3 Prozent. Das ist der grösste Einbruch seit März 2020, als die Corona-Pandemie die Märkte auf Talfahrt geschickt hatte.
In Zürich stieg der SMI am Dienstag um 0,85 Prozent auf 12.776,79 Punkte. Für den britischen FTSE 100 (?Footsie?) ging es um 0,48 Prozent auf 10.176,45 Punkte nach oben.
Das Geschäft verlief mit angezogener Handbremse. «Die Stimmung der Anleger pendelt weiter zwischen der Angst, eine Erleichterungsrally zu verpassen, und den Befürchtungen einer erneuten Eskalation hin und her», schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets
Zur Vorsicht mahnen derzeit die möglichen Folgen eines längeren Konflikts im Iran und anhaltend hoher Ölpreise. «Mit dem starken Anstieg der Energiepreise wächst die Befürchtung, dass die Weltwirtschaft in eine stagflationäre Phase geraten könnte, also in eine Zeit schwachen Wachstums bei gleichzeitig hoher Inflation», gab Duncan Lamont, Leiter Strategic Research bei der Fondsgesellschaft Schroders, zu bedenken. «Für den Aktienmarkt ist das im historischen Mittel das ungünstigste Szenario.»
Aus Branchensicht waren Finanzdienstleister mit plus 1,7 Prozent stark gefragt. Hier stützten die Gewinne des Schwergewichts UBS in Höhe von 4 Prozent. Das Institut kann laut einem Medienbericht auf politische Unterstützung bei den Plänen rund um schärfere Kapitalvorschriften hoffen. Führende schweizerische Parlamentarier hätten versichert, dass sie einen Kompromiss zu den Plänen des Bundesrats vorschlagen würden, schrieb die «Financial Times» (FT) unter Berufung auf Insider. UBS wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren.
Für die Anteilscheine von DocMorris ging es um fast 13 Prozent nach oben. Börsianer verwiesen vor allem auf Eindeckungen von Leerverkäufen zum Quartalsende hin. Denn Anleger, die auf fallende Kurse gesetzt hatten, wurden durch die jüngste Erholung der Aktien auf dem falschen Fuss erwischt. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler verwies zudem auf die Reformvorschläge für das deutsche Krankenkassen-System. Vor allem der Vorschlag, die Zuzahlung von gesetzlich Versicherten für verschreibungspflichtige Medikamente zu erhöhen, könnte die Verbraucher dazu veranlassen, von Apotheken vor Ort zu den preisgünstigeren Versandapotheken zu wechseln.
In London sackten die Anteilscheine von Unilever als klares Schlusslicht im «Footsie» um mehr als sieben Prozent ab. Der Konsumgüterkonzern verkauft den Grossteil seines Lebensmittelgeschäfts an den US-Gewürzhersteller McCormick & Co . In Folge der nun vereinbarten Transaktion hält Unilever 65 Prozent an dem fusionierten Unternehmen. Der Experte Callum Elliott vom US-Analysehaus Bernstein Research äusserte sich skeptisch: Das fusionierte Unternehmen dürfte hoch verschuldet sein und die Hauptnotierung in den USA dürfte voraussichtlich erheblichen Verkaufsdruck seitens der europäischen Unilever-Aktionäre auslösen./la/he
(AWP)

