Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte am Mittwoch - nicht zuletzt auch dank stabiler US-Börsen - um 0,50 Prozent auf 6.316,99 Punkte zu. Auch der französische Cac 40 , der spanische Ibex 35 , der italienische FTSE MIB verbuchten Gewinne. Ausserhalb des Euroraums gewann der schweizerische SMI 0,12 Prozent auf 14.315,88 Zähler. Der britische FTSE 100 rückte um 1,24 Prozent auf 10.716,97 Punkte vor und wurde dabei stark von Ölaktien nach oben gezogen.

Mit Blick auf den Iran-Krieg setzen die Marktteilnehmer nach wie vor darauf, dass die Tür zu Verhandlungen nicht endgültig zugeschlagen ist. Und das, obwohl die Situation zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran erneut zu eskalieren scheint. Denn US-Präsident Donald Trump kündigte an, die USA würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran «bombardieren und zerstören», wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Strasse von Hormus beschiesse.

Im Bankensektor richtete sich der Blick auf Santander , denn die spanische Grossbank profitierte im zweiten Quartal von höheren Zinsen und anderen Erträgen. Sie übertraf bei allen wichtigen Kennzahlen die Analystenerwartungen und ist auf Kurs zu ihren Jahreszielen. Mit einem Plus von 1,4 Prozent ging die Aktie aus dem Handel. Im Schlepptau legten auch die Anteile der BBVA , von Intesa Sanpaolo , BNP oder Nordea um etwas mehr als ein Prozent zu.

Airbus als Spitzenreiter im EuroStoxx gewannen 7,0 Prozent. Der weltgrösste Flugzeugbauer will wegen einer starken Nachfrage nach Passagierjets bis 2029 deutlich mehr Gewinn erzielen.

Akzo Nobel gewannen nach einem überraschend starken operativen Quartalsergebnis des Farben- und Lackspezialisten in Amsterdam 1,7 Prozent.

Im Versorgersektor schwächelten die Aktien des Schwergewichts Iberdrola leicht mit minus 0,2 Prozent. Der spanische Energiekonzern überzeugte ebenfalls mit seiner Quartalsbilanz, der Aktienkurs allerdings wurde durch die Übernahme des finnischen Netzbetreibers Caruna ausgebremst. Der Schritt passe zwar in die Unternehmensstrategie, die Beteiligung sei aber hoch bewertet, hiess es etwa vom Analysehaus Jefferies.

Abseits der Bilanzen rückten am Nachmittag Aktien von Fluggesellschaften, insbesondere die von Easyjet in den Blick. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters will die EU die Vorschriften für ausländische Eigentumsverhältnisse bei Fluggesellschaften überprüfen. Dies könnte Übernahmeangebote aus den USA für die britische Billigfluggesellschaft verhindern.

Erst Anfang Juli hatten die zwei US-Investmentfonds Castlelake und Apollo Global Management konkurrierende Offerten für Easyjet vorgelegt. Nun sackte die Aktie um 11,6 Prozent ab. Die Papiere der Konkurrentin Ryanair gingen mit minus 1,9 Prozent aus dem Tag, und auch Air France-KLM schlossen schwach mit minus 3,3 Prozent./ck/jha/

(AWP)