Vor diesem Hintergrund kostete ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent zuletzt wieder knapp unter 100 US-Dollar. Dies schürte Inflationssorgen, und aktuell ist wegen der Preisrisiken ungewiss, ob die US-Notenbank Fed überhaupt - wie eigentlich von den Anlegern erhofft - in diesem Jahr die Leitzinsen senken kann.
Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,79 Prozent auf 5.748,89 Punkte. Ausserhalb der Eurozone gab der britische Leitindex FTSE 100 um 0,47 Prozent auf 10.305,15 Punkte nach. Der Schweizer SMI büsste 0,90 Prozent auf 12.842,16 Zähler ein.
Europaweit schwächster Sektor waren die Bankaktien . Sie reagierten damit auf die sich eintrübenden Konjunkturaussichten. «Am Markt wird zusehends das Risiko eingepreist, dass die Hoffnung auf kurzfristige Preisspitzen trügt und sich hohe Ölpreisnotierungen verfestigen, was ernsthafte Flurschäden für die Weltwirtschaft verursachen könnte», schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies zudem auf die «hohen Mittelabflüsse im Private-Equity-Sektor», was zu Liquiditätsengpässen führe.
Unter dem Ölpreisanstieg, der Kerosin verteuert, litten insbesondere Aktien der Fluggesellschaften. So fielen Air France-KLM um 2,3 Prozent. In London büssten Easyjet 4,2 Prozent ein.
Gegenläufige Signale bestimmten unterdessen den Versicherungssektor . Während Generali um 1,5 Prozent zulegten, verloren Swiss Life 2,6 Prozent. Bei den Italienern lobten die Analysten der US-Bank JPMorgan die Aussagen zu den Ausschüttungen an die Aktionäre. Der Dividendenvorschlag der Schweizer dagegen wurde mit Enttäuschung aufgenommen. Zudem begründeten Händler die Verluste mit der hohen Bewertung der Papiere.
Es gab aber auch Gewinner der Entwicklung in der Golf-Region. So waren Rüstungswerte gefragt. Ein überzeugender Ausblick des italienischen Branchenunternehmens Leonardo lieferte einen zusätzlichen Impuls. Die Aktien zogen um fast sechs Prozent an./la/mis
(AWP)

