Kursverluste bei Werten mit Bezug zum Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) prägten weiterhin das globale Bild an den Aktienmärkten - genauso wie fallende Kurse von Ölaktien, weil die Zuversicht blieb, dass die USA und der Iran erneut Verhandlungen über eine Lösung aufnehmen könnten. Insgesamt blieben die Anleger in Europa auch zurückhaltend vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed und den Zahlen grosser US-Technologiekonzerne, die in den kommenden Tagen anstehen.

Ausserhalb des Euroraums war die Entwicklung wichtiger Börsen etwas dynamischer. Der schweizerische SMI setzte seinen am Vortag wieder begonnenen Rekordlauf mit dem erstmaligen Handel über 14.500 Punkten fort. Er gewann am Ende 1,04 Prozent auf 14.571,33 Zähler. Der Londoner FTSE 100 legte um 0,83 Prozent auf 10.871,02 Punkte zu. Er nähert sich damit wieder seiner Bestmarke.

Im Technologiesektor ging wie zuletzt eine Schere auf, denn die lange Zeit gemiedenen Software-Aktien erholen sich neuerdings, während im Chipsektor und bei anderen KI-Profiteuren weiterhin eine Korrektur im Gange ist. Dies führte dazu, dass die Aktien von Siemens Energy , Infineon und ASML als grösste EuroStoxx-Verlierer weiter sanken. Vor allem bei ASML machen sich Anleger neuerdings auch Sorgen um China-Konkurrenz.

Die Schlusslichter in der Branchentabelle waren aber die Indizes der Öl- und Gaswerte mit 2,3 Prozent Minus und Energiewerte mit einem Abschlag von 1,3 Prozent. In der Breite aber schlossen viele Sektorindizes in der Gewinnzone. Dabei setzten in vielen Fällen Quartalszahlen die Akzente.

So profitierten die Nahrungsmittelwerte unter anderem von den Kursgewinnen des Konsumgüterkonzerns Unilever . Dessen Kurs sprang dank einer überraschend starken Umsatzentwicklung im zweiten Quartal um acht Prozent nach oben. Dem Autosektor gaben ausserdem die Zahlen von Mercedes-Benz einen Schub.

Im Baustoffsektor halfen überraschend starke Zahlen des schweizerischen Bauzulieferers Sika , die an der Züricher Börse mit einem Plus von über neun Prozent belohnt wurden.

Unter den Industriewerten ragte Safran mit fast drei Prozent Plus heraus. Der Triebwerksbauer und Luftfahrt-Zulieferer hatte nach guten Geschäften mit Turbinen und Ersatzteilen seine Prognosen für 2026 erhöht.

Andere französische Standardwerte präsentierten sich dagegen nicht ganz so stark. Aktien von Air Liquide verloren trotz solider Zahlen zwei Prozent. Die Analysten von JPMorgan sprachen von Gewinnmitnahmen. Titel von LVMH litten anfangs unter einem Erlös- und Gewinnrückgang des Luxusgüterkonzerns, konnten sich aber mit 0,8 Prozent ins Plus retten.

Einen Kursrutsch, der letztlich fast fünf Prozent gross war, erlitten Aktien von Philips . Analysten verwiesen auf den enttäuschenden Auftragseingang des Gesundheitstechnik-Herstellers. In der Spitze war der Kurs sogar um mehr als zehn Prozent abgesackt./tih/he

(AWP)