Der EuroStoxx 50 ging 0,89 Prozent tiefer bei 6.053,57 Punkten aus dem Handel. Gestützt auf steigende Ölaktien fiel der britische FTSE 100 nur um 0,40 Prozent auf 10.332,30 Zähler. In der Schweiz verlor der SMI 0,66 Prozent auf 13.218,32 Punkte.

Die USA und der Iran haben sich über Nacht eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Ziel der Angriffe waren auch Stützpunkte des US-Militärs in den Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Die Eskalation sorgte für höhere Ölpreise. Ölsektor lag in der europäischen Branchenwertung entsprechend vorn. Shell , BP und Eni legten bis zu 1,7 Prozent zu.

Trump drohte zudem 60 Volkswirtschaften neue Zölle an, weil diese Importe von Produkten aus mutmasslicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Demnach müssen etwa die Europäische Union (EU), Grossbritannien und die Schweiz sowie Kanada und China mit zusätzlichen Zöllen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen.

Die drei schwächsten EuroStoxx-Werte kamen mit SAP , Adyen und Prosus aus dem Technologiesektor, nachdem Investoren auch in den USA bei den Tech-Werten zu Gewinnmitnahmen neigten. Der Nasdaq-100-Index war dort nach einem frühen Rekord ins Minus gerutscht.

Am Ende des Branchenfeldes bewegten sich aber in Europa die Finanzdienstleister. Einen Kurseinbruch um 16 Prozent gab es bei der Partners Group in Zürich. Das Schweizer Unternehmen hat wegen Marktturbulenzen die Rücknahme eines Private-Equity-Fonds eingeschränkt. Das Unternehmen sprach von einem «Schutzmechanismus» angesichts zuletzt hoher Rücknahmebegehren. Einem Analysten zufolge dürfte es in Zukunft schwieriger werden, in diesem Bereich neue Zuflüsse zu generieren.

Einen Kurseinbruch um 17 Prozent erlitten ausserdem die Aktien von Akzo Nobel . Der amerikanische Lack- und Farbenhersteller Sherwin-Williams und sein japanischer Partner Nippon Paint Holdings gaben ihre Pläne für eine Übernahme wegen des Widerstands der Niederländer auf.

Gefragt waren noch die Einzelhandelswerte. In dieser Branche verbuchte Inditex einen Anstieg um 1,5 Prozent. Der Textilhändler hatte im ersten Geschäftsquartal der verhaltenen Konsumlaune getrotzt und Umsatz und Gewinn gesteigert. Auch das laufende Geschäft sei solide. Die Frühjahrs- und Sommerkollektionen werde von den Kunden gut angenommen, so der Konzern.

Noch mehr ragte im Einzelhandel der britische Discounter B&M European Value Retail heraus mit einem Kurssprung um 15 Prozent. Der Geschäftsjahresgewinn sank weniger deutlich als Investoren es befürchtet hatten./tih/jha/

(AWP)