Der EuroStoxx 50 verlor am späten Vormittag 1,18 Prozent auf 5.855,84 Punkte. Ausserhalb der Eurozone fielen der britische Leitindex FTSE 100 um 1,12 Prozent auf 10.081,13 Zähler und der Schweizer SMI um 1,11 Prozent auf 13.129,42 Punkte.

Die Verluste werden auch als Gegenreaktion auf die vorherige Rally gewertet. So sprach Jörg Scherer, technischer Analyst bei HSBC, von einer «gesunden Verschnaufpause». Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets verwies auf den noch immer zu grossen Optimismus an den Börsen, besonders in den USA. «Trotz des bevorstehenden Zollstreits 2.0 zwischen den USA und der EU und geopolitischer Risiken ist die Stimmung an der Wall Street gut, um ehrlich zu sein, zu gut», so Henke. «Ein solch grosser Optimismus ist ein Warnsignal für eine Korrektur, zumal der S&P 500 charttechnisch angeschlagen ist.»

Luxusgüterwerte standen erneut unter Druck. Neben den Grönland-Zolldrohungen kam ein weiterer Belastungsfaktor hinzu. Wegen der zögerlichen Haltung Frankreichs, dem «Friedensrat» für den Gazastreifen beizutreten, hatte US-Präsident Donald Trump mit Zöllen von 200 Prozent auf Wein und Champagner gedroht. Die Aktie von LVMH verlor 2,8 Prozent. Zum Sortiment des Unternehmens gehört auch Champagner.

Im schwächelnden Rohstoffsektor gaben BHP um 2,6 Prozent nach. Die Analysten der kanadischen RBC verwiesen auf einen durchwachsenen Produktionsbericht des Rohstoffkonzerns.

Im ebenfalls schwachen Ölsektor hielten sich Totalenergies unterdessen mit 0,5 Prozent im Plus. Europas grösster Sprithersteller hatte zum Jahresende von einem besser laufenden Raffineriegeschäft profitiert. Angesichts weltweit knapper Verarbeitungskapazitäten hielten steigende Raffineriemargen trotz sinkender Ölpreise den Barmittelzufluss des Konzerns im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stabil. Damit trotze Totalenergies dem negativen Branchentrend mit sinkenden Gewinnerwartungen, hiess es von der RBC.

Unter den Nebenwerten brachen DocMorris um knapp zehn Prozent ein. Die Online-Apotheke war 2025 zwar kräftig gewachsen und hatte die eigenen Umsatzziele erreicht. Wichtigster Treiber blieb dabei das elektronische Rezept in Deutschland. Doch was dieses betraf, habe sich der Markt mehr erhofft, betonte Analyst Volker Bosse von der Baader Bank an. Ebenfalls deutlich im Minus lagen Logitech nach einer Abstufung durch Morgan Stanley./mf/mis

(AWP)