Die Wall Street hatte ihre Erholung am Vorabend fortgesetzt und auch die meisten asiatischen Börsen zeigten am Mittwochmorgen einen leicht positiven Trend. Erneut enttäuschende Wirtschaftssignale aus China belasteten nicht wie am Vortag. Die vom Wirtschaftsmagazin Caixin ermittelte Industriestimmung ist im Oktober wieder unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gerutscht.

Der Dax hatte den Oktober mit einem Minus von rund 3,8 Prozent beendet. Es war der dritte Verlustmonat in Folge gewesen. Grösster Verlierer waren Siemens Energy mit einem Verlust von fast einem Drittel und Sartorius mit einem Abschlag von über einem Viertel. Gefragt waren derweil Rheinmetall mit plus 11 Prozent im Zuge der Verschärfung des Nahost-Konflikts. Die geopolitischen Sorgen zusammen mit hohen Renditen am Anleihemarkt gelten als die Hauptgründe für die Verluste am Aktienmarkt.

Von der Berichtssaison hierzulande kommen am Mittwoch kaum Impulse. Interessieren dürften im Verlauf einige Konjunkturdaten aus den USA, bevor am Abend nach dem europäischen Börsenschluss die US-Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung bekannt geben wird. Laut Volkswirten wird sie das Zinsniveau wohl erneut unverändert lassen und damit würde die Fed zum zweiten Mal in Folge still halten. Die Leitzinsspanne würde weiter zwischen 5,25 und 5,50 Prozent liegen. Spannend ist jedoch vor allem die Frage, ob die Notenbank auf den folgenden Sitzungen nochmal die Zinsen verändert.

«Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed befinden sich die Anleger im Standby-Modus», schrieb am Morgen Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. Mit der Pressekonferenz von Fed-Chef Jerome Powell nach der Zinsentscheidung und der Bekanntgabe von Anleiheauktionen durch US-Finanzministerin Janet Yellen stehe dem Dax aber am Abend ein Belastungstest in zwei Akten bevor. Der Markt sei hypersensibel Faktoren gegenüber, die zu steigenden Renditen führen könnten, so Stanzl.

Unternehmensseitig gibt es schlechte Nachrichten für Bayer . Der Konzern musste die dritte Niederlage in Folge bei US-Rechtsstreits um Krebs-Vorwürfe zu glyphosathaltigen Unkrautvernichtern einstecken. Vorbörslich auf Tradegate reagierten die Bayer-Papiere bislang nur mit einem moderaten Minus verglichen mit dem Xetra-Schluss.

Aktien von Chipkonzernen könnten erneut einen Blick wert sein, nachdem am Vorabend nach dem US-Börsenschluss AMD die Anleger mit seinem Umsatzausblick für das laufende Quartal enttäuscht hatte. Allerdings hatten sich zuletzt bereits anderen Branchenunternehmen eher verhalten zur kurzfristigen Entwicklung geäussert.

Auch auf Versorger sollten Anleger achten nach mit Enttäuschung aufgenommenen Geschäftszahlen des dänischen Windkraftkonzerns Orsted ./ajx/mis

(AWP)