Im Laufe der Woche hatte der Dax schon mehrmals vergeblich versucht, die Tausendermarke nachhaltig zu überschreiten und einen Schritt hin zum Rekord von 25.507 Punkten zu machen. Neue Impulse könnten von der Berichtssaison ausgehen, die am Donnerstag in Deutschland einiges zu bieten hat. Ausgewertet werden am Morgen unter anderem die Zahlen von Siemens, Mercedes -Benz, der Deutschen Börse und Thyssenkrupp .

Gespannt warten die Anleger ausserdem auf Inflationszahlen, die am Freitag in den USA auf der Agenda stehen. Diese sind der nächste wichtige Aspekt, um den weiteren geldpolitischen Spielraum der Notenbank Fed beurteilen zu können. Ein überraschend guter US-Jobbericht hatte am Vortag für Gegenwind gesorgt. Nach Angaben der Landesbank Helaba war er «ein zweischneidiges Schwert», weil mit den Konjunktursorgen auch die Zinssenkungshoffnungen schwinden.

Im Dax bahnt sich am Donnerstag bei Einzelwerten Licht und Schatten an. Die Aktien von Siemens näherten sich vorbörslich mit einem Plus von fast drei Prozent dem Anfang Februar erreichten Rekord von 266,25 Euro. Sie profitierten davon, dass der Technologiekonzern nach einem guten Geschäftsjahresauftakt seine Ergebnisprognose erhöhte. Phil Buller von JPMorgan sprach von übertroffenen Auftrags-, Umsatz- und Margenerwartungen in den wichtigen Sparten Digital Industries (DI) und Smart Infrastructure (SI).

Auf der Schattenseite steht dagegen der Autosektor wegen Mercedes-Benz . Die Titel des Premium-Autobauers sackten im Tradegate-Handel um mehr als fünf Prozent ab, nachdem die Stuttgarter für das vergangene Jahr einen Gewinneinbruch vermeldet hatten. Ein Händler sah das Abschneiden der Autosparte und deren Margenziele in einem ersten Kommentar als Enttäuschung an. Die Dividende werde derweil nicht so drastisch gekürzt wie gedacht, hiess es.

Eher wenig bewegt zeigten sich die Papiere der Deutschen Börse . Der Börsenbetreiber verdiente 2025 dank Übernahmen und guter Geschäfte rund um Finanzmarkt-Produkte so viel wie noch nie - und tütete daraufhin gleich die nächste Transaktion ein. Der den Daten-, Analyse- und Indexanbieter ISS Stoxx soll jetzt vollständig übernommen werden.

Bei Thyssenkrupp bahnt sich im MDax ein 2,5 Prozent schwächerer Start an. Hohe Restrukturierungskosten für das Stahlgeschäft führten bei dem Industriekonzern zu einem höheren Verlust im ersten Geschäftsquartal. Ein schwacher Barmittelfluss wurde in ersten Kommentaren als Belastung angesehen.

Schlechte Nachrichten kamen ausserdem vom SDax -Mitglied KWS Saat : Eine gekappte Umsatzprognose wegen der gedämpften Lage am Agrarmarkt drückte die Aktien des Saatgutherstellers vorbörslich mit mehr als vier Prozent ins Minus./tih/mis

(AWP)