Eine Stunde vor dem Xetra-Start signalisierte der X-Dax den Dax mit 24.938 Punkten bis zu 1,4 Prozent unter seinem Handelsschluss am Freitag. Für die Vorwoche insgesamt hatte der Dax nur ein kleines Plus behauptet, nachdem er zwischenzeitlich mit einer Bestmarke von 25.507 Punkten an seine Rekordrally vom Jahresauftakt angeknüpft hatte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 , der in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielte, wird am Montag noch etwas stärker im Minus erwartet als der Dax.

US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende wegen des Grönland-Streits angekündigt, dass ab dem 1. Februar Strafzölle von 10 Prozent gelten sollen, ab dem 1. Juni Zölle dann sogar von 25 Prozent. Sie sollen gelten, bis ein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt werde. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland. EU-Ratspräsident António Costa wird nun einen Sondergipfel einberufen, womöglich am Donnerstag.

«Noch ist es Rhetorik. Noch bleiben zwei Wochen Zeit für Verhandlungen», kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Es drohe aber eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Massnahmen. Anders als in früheren Fällen, werde die Europäische Union diesmal wohl nicht klein beigeben, vermutet Altmann. Der Höhenflug am Aktienmarkt sei jedenfalls zunächst vorbei, auch wenn der Rückschlag zunächst überschaubar bleibe.

Deutliche Kursgewinne zeichnen sich dagegen bei Bayer nach guten Nachrichten aus den USA ab. Worauf die Anleger spätestens seit Anfang Dezember 2025 gehofft haben, ist eingetreten: Der Oberste Gerichtshof der USA hat am späten Freitagabend den Glyphosat-Fall «Durnell» zur Prüfung angenommen. Damit steigen die Aussichten auf ein Grundsatzurteil im jahrelangen, belastenden Rechtsstreit um den Unkrautvernichter. Bayer-Aktien kletterten auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu 5,7 Prozent über ihren Xetra-Schluss.

Anfang Dezember hatte der sogenannte Solicitor General - eine Art Generalanwalt der US-Regierung - den Antrag des Konzerns auf Prüfung des «Durnell»-Falls durch den US Supreme Court unterstützt. Damals kletterten die Aktien erstmals seit Anfang 2024 wieder über 35 Euro. Seither bauten sie ihre Erholungsrally um weitere 19 Prozent aus, die Bodenbildung nach jahrelangem Kursrutsch wird immer stabiler.

Unter Druck stehen derweil unter anderem BMW -Aktien. Der Analyst Romain Gourvil von der Berenberg Bank strich seine Kaufempfehlung für die Papiere der Münchner im Rahmen seiner Branchenbetrachtung. Bei BMW erscheine die Bewertung bereits angemessen. Und gerade im Premium-Segment bleibe die Nachfragesituation in China schwierig./ag/jha/

(AWP)