«Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit», stellte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners fest. Die Doppel-Unsicherheit aus Zöllen und dem Iran-Konflikt münde in einer erhöhten Risikoaversion und der klassischen Umschichtung in «sichere Häfen». Bemerkenswert findet Altmann, dass dazu wieder verstärkt US-Staatsanleihen zählten. «Offen ist allerdings, ob Anleger dies aus Überzeugung tun oder eher aus Mangel an Alternativen», so der Experte. Denn nach deutlichen Kursgewinnen seien Käufe von Edelmetallen mit grösseren Verlustrisiken verbunden.

Unternehmensseitig sorgt die Berichtssaison für deutlich mehr Nachrichten als zum ruhigen Wochenauftakt. Der Dialyseanbieter Fresenius Medical Care (FMC) berichtete für 2025 einen Gewinnsprung und schnitt damit einem Händler zufolge ein wenig besser als erwartet ab. Der Ausblick, der eine deutlich nachlassende Dynamik beinhaltet, falle derweil wie befürchtet vorsichtig aus. Konzernchefin Helen Giza schliesst für das bereinigte operative Ergebnis 2026 sowohl einen Zuwachs als auch einen Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich zu konstanten Wechselkursen nicht aus. Grund ist vor allem die Einführung eines moderneren Dialysegerätes in den USA, die zu Buche schlägt. Für die Aktie zeichnet sich ein Kursrückgang ab.

Der Triebwerksbauer MTU erzielte dank guter Geschäfte mit neuen Turbinen, Ersatzteilen und Wartung einen kräftigen Gewinnsprung. Jetzt soll die Dividende von 2,20 auf 3,60 Euro klettern und damit deutlich stärker als von Analysten erwartet. Für 2026 stellt der neue Vorstandschef Johannes Bussmann weitere Steigerungen von Umsatz und Gewinn in Aussicht.

Daneben berichteten einige Unternehmen aus dem Nebenwerte-Index SDax über ihre Geschäftsentwicklung. Der Fotodienstleister Cewe konnte im vergangenen Jahr Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) steigern. Analysten hatten beim Umsatz etwas weniger erwartet, beim operativen Gewinn aber im Mittel mehr auf dem Zettel stehen. Vorbörslich stand die schon vortags schwache Aktie etwas unter Druck.

Das auf Mittelständler spezialisierte Beteiligungsunternehmen Indus Holding bekam im vergangenen Geschäftsjahr die Belastungen durch US-Zölle zu spüren: Während der Umsatz den vorläufigen Zahlen zufolge ein wenig zulegte, ging das bereinigte operative Ergebnis zurück.

Der Halbleiterkonzern Elmos legte ebenfalls Jahreszahlen vor und erhöhte seine Cashflow-Prognose für 2030. Bei den Anlegern stiess das auf ein positives Echo, wie das deutliche vorbörsliche Kursplus zeigte.

Derweil setzt der Brennstoffzellenspezialist SFC Energy nach einem holprigen Jahr auf baldige Besserung. Nach einem leichten Rückgang 2025 soll der Umsatz im laufenden Jahr wieder steigen. Auch für das operative Ergebnis soll es nach einem Einbruch um fast ein Viertel wieder bergauf gehen./gl/stk

(AWP)