Am bislang sehr schwachen Wochenergebnis würde dies aber wenig ändern. Noch vor einer Woche hatte der Dax sich noch seinem Rekord von 25.507 Zählern aus dem Januar bis auf rund 100 Punkte genähert, dann aber machte der Angriff der USA und Israels auf den Iran den Anlegern einen Strich durch die Rechnung.
Die Asien-Börsen erholten sich am letzten Handelstag einer turbulenten Woche von ihren anfänglichen Verlusten, obwohl im Iran-Krieg keine Entspannung in Sicht ist. Etwas Entlastung brachten etwas rückläufige Rohölpreise, da die USA verschiedene Optionen prüfen zur Bewältigung des Energiekosten-Anstiegs, den der brach liegende Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus ausgelöst hatte.
«Dazu gehören sowohl kurzfristige Massnahmen, die sich schnell auf die Preise auswirken könnten, als auch längerfristige strukturelle Optionen», schrieben die Experten der Commerzbank am Morgen. Unter anderem wollen die Vereinigten Staaten es indischen Raffinerieunternehmen erlauben, für einen begrenzten Zeitraum russisches Öl zu kaufen.
Neben dem Iran-Krieg schauen die Anleger zu Wochenschluss den US-Arbeitsmarktbericht, der für den Zinskurs der US-Notenbank Fed von Bedeutung ist, angesichts des Iran-Krieges aber erst einmal eher in den Hintergrund rücken dürfte. Denn die höheren Energiepreise lenken derzeit den Fokus wieder auf Inflationsgefahren und mögliche Reaktionen der Fed.
Mit Blick auf Einzelwerte hierzulande steht unter anderem die Lufthansa im Fokus. Geringere Spritkosten und weniger Ausgaben für verspätete Flüge hatten der Fluggesellschaft 2025 im Tagesgeschäft mehr Gewinn eingebracht. Für 2026 stellte Vorstandschef Carsten Spohr trotz der Verwerfungen durch den Iran-Krieg eine weitere deutliche Steigerung in Aussicht. Damit notierten die Aktien im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate knapp vier Prozent über dem Xetra-Schluss vom Donnerstag.
Optimistische Analystenkommentar bescherten den Papieren von DHL Group auf Tradegate ein Plus von fast drei Prozent. Experte Marco Limite von der britischen Investmentbank Barclays etwa sieht durch die Nahost-Eskalation Schub für die Gewinnentwicklung der Bonner. DHL sei ein «Luftfracht-Player» und hier ergebe sich ein günstiges Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Mit Blick auf die Ziele des Logistikkonzerns für 2026 sieht Limite eher Chancen als Risiken.
Die Anteilsscheine von Lanxess sackten auf Tradegate um sechs Prozent ab. Der Spezialchemiekonzern wird die restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht in diesem Jahr an den Joint-Venture-Partner Advent verkaufen. Der Finanzinvestor hatte Lanxess diese Entscheidung mitgeteilt und sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt berufen. Eigentlich hätte Lanxess das Geld aus dem Verkauf gut gebrauchen können./la/mis
(AWP)

