US-Präsident Donald Trump setzt im Konflikt mit dem Iran auf Deeskalation, um einen diplomatischen Durchbruch zu erzielen. Überraschend kündigte er auf seiner Plattform Truth Social an, den erst am Montag gestarteten US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Strasse von Hormus «für kurze Zeit» auszusetzen. Während des Stopps von «Projekt Freiheit» solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Es habe «grosse Fortschritte» für ein «umfassendes und abschliessendes» Abkommen gegeben. Für Impulse in dem Konflikt könnte auch das Treffen zwischen Chinas Aussenminister Wang Yi mit seinem iranischen Amtskollegen in Peking sorgen.
Treiber der Aktienmärkte insbesondere der USA und Asiens bleibt darüber hinaus der Boom mit Künstlicher Intelligenz (KI). In den USA hatten der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 und der marktbreite S&P 500 am Vortag weitere Rekordstände erreicht. Der Aktienmarkt feiere das Thema KI weiter als Wachstumsstory, kommentierte Stephen Innes von SPI Asset Management. Der Anleihemarkt habe indes eher die hohen Schulden im Blick, die für Investitionen gemacht würden - ein durchaus interessanter Unterschied.
Die geopolitischen Risiken würden derweil rasend schnell ausgepreist, schrieb er vor allem mit Blick auf Asien. Der südkoreanische Leitindex Kospi stieg angesichts jüngster Anzeichen einer Deeskalation im Iran-Krieg auf ein Rekordhoch.
Der KI-Boom befeuert weltweit Papiere von Chipkonzernen: In Korea Samsung oder SK Hynix , in den USA beispielsweise Advanced Micro Devices (AMD) , in Deutschland Infineon . Infineon erhöhte nun auch die Prognose. Auf Tradegate konnten die Anteile am Mittwoch davon allerdings nach ihrer zuletzt steilen Kursrally nicht mehr profitieren.
In der in Deutschland auf Hochtouren laufenden Bilanzsaison öffnen zur Wochenmitte allein sieben Unternehmen aus dem Dax die Bücher: Fresenius , Heidelberg Materials , Daimler Truck , Continental , BMW , Infineon und Zalando . Hinzu kommen Bilanzvorlagen aus dem MDax und SDax .
Die Papiere von Daimler Truck gaben vorbörslich etwas nach. Der Nutzfahrzeughersteller bekommt die Probleme auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt deutlich zu spüren.
Zalando legten um 4 Prozent auf Tradegate zu. Die Übernahme von About You bescherte dem Online-Händler im ersten Quartal deutliche Zuwächse bei Umsatz und operativem Gewinn. Zudem profitierte das Unternehmen vom Einsatz von Künstlicher Intelligenz.
Erholt mit plus 4,7 Prozent präsentierten sich vorbörslich Fresenius, wenngleich ein Händler den Quartalsbericht des Krankenhausbetreibers und Pharmaherstellers nicht für überzeugend hielt./ajx/mis
(AWP)

