Als Grund nannte die Armeeführung die fortdauernde Blockade iranischer Häfen durch die USA. Zudem lehnt die iranische Führung laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab und verwies neben der Blockade auf übertriebene Forderungen und einen ständigen Kurswechsel der USA. Die Ölpreise stiegen wieder deutlich und die Anleger am Aktienmarkt meiden erneut Risiken.

Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex Dax ein Minus von 1,3 Prozent auf 24.392 Punkte.

«Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfällig», kommentierte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC-Partners. Angesichts des erneuten Ölpreisanstiegs flammten die Inflationssorgen wieder auf und die Börsen assoziierten dies mit steigenden Zinsen.

Erneut dürften angesichts der wieder deutlich zugespitzten Lage in Nahost Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor besonders unter Druck geraten. Obendrein dürften auch die stark vom Ölpreis abhängigen Branchen Auto oder auch Chemie überdurchschnittlich nachgeben.

Beim Autobauer VW kommt noch eine für den Konzern negative Nachricht hinzu. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies hat sich dafür ausgesprochen, den Bau von chinesischen Autos in den deutschen VW-Werken zu prüfen, da der Wolfsburger Autohersteller weiterhin mit Entlassungen und Überkapazitäten an seinen Standorten zu kämpfen hat. «Eine Art Offenbarungseid» nannte dies ein Händler. Die im Dax notierte Vorzugsaktie gab auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss am Freitag um 2 Prozent nach.

Die Aktie von Wacker Chemie könnte nach angehobenen Jahresumsatzzielen indes zulegen. Sie gewannen auf Tradegate 1,2 Prozent. Infolge des Iran-Kriegs verdiente der Chemiekonzern im ersten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge operativ mehr als erwartet. Kunden hätten Bestellungen wegen des Kriegs vorgezogen, hiess es.

Zulegen dürften an diesem Tag auch Aktien der Energiebranche. So erholten sich etwa Verbio , die bislang stark vom Iran-Krieg profitiert und am Freitag dann einen Rückschlag erlitten hatten, vorbörslich auf Tradegate um rund 7,0 Prozent. Seit Beginn des Iran-Kriegs hatte die Aktie des Herstellers von Biokraftstoffen in der Spitze um mehr als 70 Prozent zugelegt./ck/nas

(AWP)