Der Dax sackte daraufhin auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Wochen ab und fiel zeitweise unter die 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Zuletzt notierte der Leitindex 0,5 Prozent tiefer bei 24.301 Punkten. Der MDax mit den mittelgrossen Börsenunternehmen fiel um 0,7 Prozent auf 31.415 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,3 Prozent abwärts.
Die USA und der Iran hatten sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Strasse von Hormus. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.
Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai wie erwartet um 4,2 Prozent. Damit legte die Inflation den zweiten Monat in Folge deutlich zu und stieg weiter über das von der US-Notenbank Fed angestrebte Ziel von zwei Prozent. Mit dem Preissprung liegt die Inflation in der grössten Volkswirtschaft erstmals seit dem Frühjahr 2023 über der Marke von vier Prozent.
Im Softwarebereich stehen die Quartalszahlen von Oracle nach US-Börsenschluss im Fokus. Anleger erwarten offenbar nichts Gutes, wie anhaltende Kursverluste im Sektor zeigen. Die Aktien von SAP büssten als Dax-Schlusslicht 4,3 Prozent ein. Von ihrem Erholungshoch von Anfang Juni sind sie nun schon wieder um rund 14 Prozent abgesackt. Auch die Papiere von Nemetschek und Teamviewer verloren deutlich.
Angetrieben von einem positiven Analystenkommentar setzten die Aktien von Adidas ihren jüngsten Erholungskurs mit plus 1,5 Prozent fort. Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC fand lobende Worte: Der Sportartikelkonzern biete inzwischen ein gut berechenbares Ergebniswachstum, das am oberen Ende der Branche rangiere. Insofern sei die Aktienbewertung noch günstig.
Bessere Profitabilitätsaussichten von Heidelberger Druckmaschinen verliehen den Titeln des Maschinenbauers 6,3 Prozent Auftrieb. Wie das Unternehmen mitteilte, soll die bereinigte Ebitda-Marge im laufenden Geschäftsjahr 2026/27 (bis Ende März) im Vergleich zum Vorjahr spürbar zulegen. Dazu beitragen soll auch ein Sparprogramm.
Die Anteilsscheine von Fielmann schnellten nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank an der SDax-Spitze um 6,6 Prozent hoch. Analyst Michael Kuhn lobte das bewährte Geschäftsmodell, die dominante Marktposition, eine konstant hohe Kundenzufriedenheit und die erfolgreiche «Vision 2025» der Optikerkette.
Die Aktien von Jenoptik und Krones bewegen sich im Minus, weil sie jeweils mit Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/jha/
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---
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