Für den MDax mit den mittelgrossen Werten ging es um 2,27 Prozent auf 31.136 Zähler hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,5 Prozent.
Im Iran-Krieg geht es derzeit vor allem um das von den USA initiierte «Projekt Freiheit», das darauf abzielt, die Strasse von Hormus wieder für die Schifffahrt freizumachen. Irans Aussenminister bezeichnete es auf der Plattform X als «Projekt Sackgasse». Anleger wägen ab, welchen Einfluss die Nachrichten zum Iran-Krieg auf die Wachstums- und Inflationsaussichten und damit auf die Geldpolitik der Notenbanken haben. Aktuell gefährdet der Streit über die blockierte, für den Welthandel sehr wichtige Strasse von Hormus die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
Trotz der anhaltenden militärischen Auseinandersetzung und der weiterhin offenen Situation am Verhandlungstisch zeigten sich die Finanzmärkte immer noch bemerkenswert gelassen, konstatierten die Experten der Liechtensteiner VP Bank. Breite Kursrückschläge seien bislang ausgeblieben, Risikoprämien hätten sich grösstenteils wieder normalisiert, «und das, obwohl der reduzierte Erdölnachschub seine Wirkungen in einer wachsenden Anzahl von Produkten mit Bezug zu Öl und Gas zeigt.»
In der Berichtssaison enttäuschte Fresenius Medical Care (FMC) die Anleger. Analysten bemängelten das schwache Abschneiden des Dialysekonzerns bei den so wichtigen Behandlungszahlen in den USA. Die Papiere rutschten ans Dax-Ende mit einem Minus von 6 Prozent.
Rheinmetall gewannen nach Quartalszahlen 3,6 Prozent und bauten so ihr deutliches Plus vom Vortag aus. Die Resultate lägen unter den Markterwartungen, schrieb Analyst David Perry von JPMorgan. Der Rüstungskonzern habe dies aber mit zeitlichen Effekten begründet und seine Jahresziele bestätigt.
Commerzbank zogen an der Dax-Spitze nach dem offiziellen Kaufangebot der Unicredit um 4,4 Prozent auf 35,53 Euro. Unicredit legten in Mailand um 5,7 Prozent zu. Damit bewertet die von den Italienern abgegebene Offerte das Frankfurter Institut aktuell mit 32,85 Euro je Aktie.
Die Aktien von Hochtief setzten ihre Rekordrally mit einem Plus von rund 13 Prozent fort und übersprangen erstmals die 500-Euro-Marke. Die Ziele der Analysten haben die Papiere des Baukonzerns inzwischen allesamt übertrumpft. Das schreckt die Anleger dank der Fantasie für Infrastruktur in Wachstumsbereichen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung aber offenbar nicht ab.
Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler stand mit einer im ersten Jahresviertel verbesserten Profitabilität im Blick. Die Aktien gewannen fast 7 Prozent.
Fraport sanken um 1 Prozent. Der Iran-Krieg, knappes Kerosin und Streiks bei der Lufthansa trüben die Aussichten für den Frankfurter Flughafen./ajx/mis
(AWP)

